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Gedankenstrich

📔  Der Gedankenstrich wird häufig dort verwendet, wo man in der gesprochenen Sprache eine deutliche Pause macht. Oft könnten in solchen Fällen auch andere Satzzeichen wie Kommas oder Klammern gesetzt werden.

Der einfache Gedankenstrich

Regel 43:

Ein Gedankenstrich kündigt etwas Folgendes, oft etwas Unerwartetes an <§ 82>. (Gelegentlich kann an dieser Stelle auch ein Doppelpunkt oder ein Komma stehen.)

  • Er glaubte sich in Sicherheit – ein verhängnisvoller Irrtum.
  • Plötzlich – ein gellender Aufschrei!

Auch möglich: Plötzlich: ein gellender Aufschrei!

Oder: Plötzlich, ein gellender Aufschrei!

  • Du kannst das Auto haben – und zwar geschenkt!

Auch möglich: Du kannst das Auto haben, und zwar geschenkt!

📔  In manchen Texten kennzeichnet der Gedankenstrich auch (statt Auslassungspunkten) das Verschweigen eines Gedankenabschlusses.

  • „Sei still, du –!", schrie er ihn wütend an.

Regel 44: 

Zwischen Sätzen kann der Gedankenstrich den Wechsel des Themas oder des Sprechers anzeigen <§ 83>.

  • Wir sprachen in der letzten Sitzung über die Frage der Neustrukturierung unserer Abteilung. – Ist übrigens heute schon die Post gekommen?
  • „Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?" – „Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?"

 

Der doppelte (paarige) Gedankenstrich

Regel 45: 

Mit Gedankenstrichen kann man Zusätze oder Nachträge deutlich vom übrigen Text abgrenzen <§ 84>. (Meist können an den entsprechenden Stellen auch Kommas stehen; Klammern wären oft ebenso möglich.)

  • Dieses Bild – es ist das letzte und bekannteste der Künstlerin – wurde vor einigen Jahren nach Amerika verkauft.

Auch möglich: Dieses Bild, es ist das letzte und bekannteste der Künstlerin, wurde ...

Oder: Dieses Bild (es ist das letzte und bekannteste der Künstlerin) wurde ...

Regel 46:

1. Ausrufe- oder Fragezeichen, die zu einem eingeschobenen Zusatz oder Nachtrag gehören, stehen unmittelbar hinter diesem, also vor dem zweiten Gedankenstrich. Zum umschließenden Text gehörende Satzzeichen dürfen nicht weggelassen werden <§ 85>.

  • Unsere kleine Absprache – Sie erinnern sich noch? – sollte besser unter uns bleiben.
  • Sie verschweigt – leider! –, wen sie mit ihrem Vorwurf gemeint hat.

2. Es steht jedoch kein Punkt vor dem zweiten Gedankenstrich, auch wenn es sich bei dem Einschub um einen vollständigen Satz handelt.

  • Verächtlich sagte er – er wandte kaum den Kopf dabei –: „Das ist eine Fälschung."

📔  Endet der eingeschobene Teil mit einem Nebensatz, steht kein Komma vor dem schließenden Gedankenstrich.

  • Philipp verließ – im Gegensatz zu seinem Vater, der 40 weitere Reisen unternommen hatte – Spanien nicht mehr.
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