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Gedankenstrich

Am 9. August 2017 ist der neue Rechtschreibduden erschienen. Das Regelwerk auf Duden online wird derzeit auf den aktuellen Stand gebracht; wir bitten Sie um etwas Geduld. Vielen Dank!

  Der Gedankenstrich wird häufig dort verwendet, wo man in der gesprochenen Sprache eine deutliche Pause macht. Oft könnten in solchen Fällen auch andere Satzzeichen wie Kommas oder Klammern gesetzt werden.

Der einfache Gedankenstrich

D 43:

Ein Gedankenstrich kündigt etwas Folgendes, oft etwas Unerwartetes an <§ 82>. (Teilweise kann an dieser Stelle auch ein Doppelpunkt oder ein Komma stehen.)

  • Er glaubte sich in Sicherheit – ein verhängnisvoller Irrtum.
  • Plötzlich – ein gellender Aufschrei!

Hier auch möglich: Plötzlich: ein gellender Aufschrei! Oder: Plötzlich, ein gellender Aufschrei!

  • Du kannst das Auto haben – und zwar geschenkt!

Hier auch möglich: Du kannst das Auto haben, und zwar geschenkt!

In manchen Texten zeigt der Gedankenstrich an, dass die Rede abgebrochen wurde, sodass etwas unausgesprochen bleibt.

  • „Sei still, du –!", schrie er ihn wütend an.

D 44:

Zwischen Sätzen kann der Gedankenstrich den Wechsel des Themas oder des Sprechers anzeigen <§ 83>.

  • Wir sprachen in der letzten Sitzung über die Frage der Neustrukturierung unserer Abteilung. – Ist übrigens heute schon die Post gekommen?
  • „Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?" – „Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?"

Der doppelte (paarige) Gedankenstrich

D 45: 

Mit Gedankenstrichen kann man Zusätze oder Nachträge deutlich vom übrigen Text abgrenzen <§ 84>. (Oft können an den entsprechenden Stellen auch Kommas oder Klammern stehen.)

  • Dieses Bild – es ist das letzte und bekannteste der Künstlerin – wurde vor einigen Jahren nach Amerika verkauft.

Hier auch möglich: Dieses Bild, es ist das letzte und bekannteste der Künstlerin, wurde ...Oder: Dieses Bild (es ist das letzte und bekannteste der Künstlerin) wurde ...

D 46:

1. Ausrufe- oder Fragezeichen, die zu einem eingeschobenen Zusatz oder Nachtrag gehören, stehen unmittelbar hinter diesem, also vor dem zweiten Gedankenstrich.

  • Unsere kleine Absprache – Sie erinnern sich noch? – sollte besser unter uns bleiben.
  • Sie verschweigt – leider! –, wen sie mit ihrem Vorwurf gemeint hat.

2. Es steht jedoch kein Punkt vor dem zweiten Gedankenstrich, auch wenn es sich bei dem Einschub um einen vollständigen Satz handelt.

  • Sie flüsterte mir – ihre Stimme war kaum zu hören – den Namen ins Ohr.

3. Zum umschließenden Text gehörende Satzzeichen dürfen nicht weggelassen werden <§ 85>.

  • Er sagte – wie immer –, dass er nichts wisse.
  • Verächtlich sagte er – er wandte kaum den Kopf dabei –: „Das ist eine Fälschung.“
  • Sie verschweigt – leider! –, wen sie mit ihrem Vorwurf gemeint hat.

  Endet der eingeschobene Teil mit einem Nebensatz, steht kein Komma vor dem schließenden Gedankenstrich.

  • Philipp verließ – im Gegensatz zu seinem Vater, der 40 weitere Reisen unternommen hatte – Spanien nicht mehr.

 

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