verfallen
Wortart: starkes Verb
Häufigkeit:
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- ver|fal|len
- Beispiele:
- das Haus ist verfallen; er ist dem Alkohol verfallen
Synonyme zu verfallen
- auseinanderbrechen, auseinanderfallen, baufällig werden, bröckeln, einbrechen, einstürzen, verwahrlosen, verwittern, zerbrechen, zerbröckeln, zerfallen, zusammenbrechen, zusammenfallen, zusammenstürzen; (gehoben) herabkommen; (umgangssprachlich) herunterkommen, kaputtgehen; (Papierdeutsch) in Verfall geraten
- sich abbauen, verkümmern; (gehoben) vom Alter/von der Krankheit/vom Tode gezeichnet sein; (Biologie, Medizin) degenerieren; (Medizin) kollabeszieren
- absteigen, sich auflösen, dem Untergang entgegengehen, in Auflösung begriffen sein, in die Brüche gehen, niedergehen, untergehen, vergehen, zu Ende gehen, zugrunde gehen; (gehoben) ersterben, schwinden, seinen Niedergang erleben
- ablaufen, auslaufen, außer Kraft treten, enden, erlöschen, gegenstandslos/hinfällig werden, ungültig werden; (Rechtssprache) nichtig werden
- ausbrechen in, [hinein]geraten, [hinein]kommen, übergehen, versinken in, zurückfallen
- abhängig/hörig werden, sich unterordnen, sich unterwerfen, sich verschreiben; (gehoben) frönen
- eingenommen/hingerissen sein, lieben, schwärmen, sich verlieben, sich verzaubern lassen; (umgangssprachlich) abfahren, hin und weg sein
- erliegen, nachgeben, süchtig werden, sich überlassen, zum Opfer fallen; (gehoben) anheimfallen
Aussprache
- Betonung:
- verfạllen
- Lautschrift:
- [fɛɐ̯ˈfalən]
Grammatik
- starkes Verb; Perfektbildung mit »ist«
| Präsens | Indikativ | Konjunktiv I | Imperativ |
|---|---|---|---|
| Singular | ich verfalle | ich verfalle | |
| du verfällst | du verfallest | verfall, verfalle! | |
| er/sie/es verfällt | er/sie/es verfalle | ||
| Plural | wir verfallen | wir verfallen | |
| ihr verfallt | ihr verfallet | ||
| sie verfallen | sie verfallen |
| Präteritum | Indikativ | Konjunktiv II |
|---|---|---|
| Singular | ich verfiel | ich verfiele |
| du verfielst | du verfielest | |
| er/sie/es verfiel | er/sie/es verfiele | |
| Plural | wir verfielen | wir verfielen |
| ihr verfielt | ihr verfielet | |
| sie verfielen | sie verfielen |
| Partizip I | verfallend |
|---|---|
| Partizip II | verfallen |
| Infinitiv mit zu | zu verfallen |
Bedeutungen und Beispiele
-
-
baufällig werden und allmählich zusammenfallen
Herkunft
- mittelhochdeutsch vervallen, althochdeutsch farfallan
Beispiele
- das Bauwerk verfällt
- er lässt sein Haus verfallen
- ein verfallenes Gemäuer, Schloss
-
seine körperliche [und geistige] Kraft verlieren
Beispiel
der Kranke verfällt zusehends -
eine Epoche des Niedergangs durchmachen; sich auflösen
Beispiele
- die Sitten verfallen
- seine Autorität, das Römische Reich verfiel
-
baufällig werden und allmählich zusammenfallen
-
nach einer bestimmten Zeit wertlos oder ungültig werden
Beispiele
- eine Banknote, Briefmarke, ein Wechsel verfällt
- die Eintrittskarten sind verfallen
- das Medikament, die Konserve ist verfallen (das Haltbarkeitsdatum ist überschritten)
-
-
in einen bestimmten [negativen] Zustand, eine bestimmte [negative] Verhaltensweise geraten
Beispiele
- in Schweigen, Ratlosigkeit, Wut verfallen
- in tiefen Schlaf, einen leichten Schlummer verfallen
- in den alten Fehler verfallen
-
in eine andere Art (innerhalb einer Abstufung) übergehen, hineingeraten
Beispiele
- in seinen Dialekt verfallen
- das Pferd verfiel in Trab
-
in einen bestimmten [negativen] Zustand, eine bestimmte [negative] Verhaltensweise geraten
-
in einen Zustand der Abhängigkeit von jemandem, etwas geraten
Beispiele
- einer Leidenschaft, dem Alkohol, den Verlockungen der Großstadt verfallen
- sie war dem Zauber dieser Landschaft verfallen
- sie war diesem Mann verfallen (war ihm hörig)
- (gehoben) er ist dem Tode verfallen (wird bald sterben)
-
auf etwas kommen, sich etwas Merkwürdiges, Ungewöhnliches ausdenken
Beispiele
- auf eine abwegige Idee, einen teuflischen Plan verfallen
- wie konntest du nur darauf verfallen, sie danach zu fragen?
- warum seid ihr ausgerechnet auf ihn verfallen? (habt ihr ihn dazu ausersehen, euch an ihn gewandt?)
-
-
jemandem, einer Institution zufallen
Herkunft
- mittelhochdeutsch vervallen, althochdeutsch farfallan
Beispiel
die Schmuggelware, der Besitz verfällt dem Staat -
von der Wirksamkeit einer Sache betroffen werden
Herkunft
- mittelhochdeutsch vervallen, althochdeutsch farfallan
Gebrauch
Papierdeutsch veraltend
Beispiele
- einer Strafe verfallen
- der Antrag verfiel der Ablehnung (wurde abgelehnt)
-
jemandem, einer Institution zufallen

