überziehen
Wortart: unregelmäßiges Verb
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- über|zie|hen
- Beispiele:
- sie überzieht den Kuchen mit einem Zuckerguss; er hat sein Konto überzogen
Synonyme zu überziehen
- einpinseln, lackieren, mit einem Guss/einer Glasur versehen, umhüllen
- bespannen, beziehen, machen; (bayrisch, österreichisch) tapezieren
- abdecken, sich ausdehnen, [be]decken, breiten, überdecken, verdecken, verhüllen, zudecken
- in die roten Zahlen geraten/kommen/rutschen, leer räumen, Schulden machen, sich verschulden; (salopp) in die Miesen kommen; (scherzhaft) plündern
- ausdehnen, hinausziehen, hinziehen, in die Länge ziehen, kein Ende finden, später beenden/fertig werden, verlängern; (umgangssprachlich) länger machen, spät dran sein
- befallen, [hart] treffen, heimsuchen, kommen über; (gehoben) schlagen
- aufbauschen, ausschmücken, dramatisieren, eine Haupt- und Staatsaktion machen, hochspielen, Seemannsgarn spinnen, überspitzen, übersteigern, viel Aufhebens machen; (bildungssprachlich) theatralisieren; (umgangssprachlich) aufblasen, aus einer Mücke einen Elefanten machen, viel Sums/Wesens/Wind machen; (derb) aus einem Furz einen Donnerschlag machen; (abwertend) große Reden schwingen, große Töne schwingen/spucken, tönen; (umgangssprachlich abwertend) sich aufplustern, dick auftragen, großes Theater/Trara machen, Sprüche klopfen/machen; (umgangssprachlich, oft abwertend) sich wichtigmachen, [sich] wichtigtun; (umgangssprachlich veraltet) viel Wesens machen; (besonders süddeutsch und südwestdeutsch) strunzen; (süddeutsch umgangssprachlich) strenzen; (landschaftlich) bis zum Ellenbogen reinlangen; (Jugendsprache) eine Schau machen
- auf die Spitze/bis zum Äußersten treiben, den Bogen überspannen, sich hineinsteigern, maßlos sein, übersteigern, [zu] weit gehen; (bildungssprachlich) bis zum Exzess treiben; (umgangssprachlich) weder Maß noch Ziel kennen; (umgangssprachlich abwertend) [zu] weit treiben; (veraltet) exzedieren
Herkunft
- mittelhochdeutsch überziehen = über etwas ziehen; bedecken; überfallen
Grammatik
- unregelmäßiges Verb; Perfektbildung mit »hat«
Bedeutungen und Beispiele
- mit einer [dünnen] Schicht von etwas bedecken oder umhüllen, als [dünne] Schicht von etwas auf der Oberfläche von etwas vorhanden sein
Beispiele
- die Torte mit Guss überziehen
- etwas mit Lack, einem Schutzfilm überziehen
- <oft im 2. Partizip>: von/mit etwas überzogen sein
- beziehen (1a)
Beispiele
- etwas mit Leder, Stoff überziehen
- die Betten müssen frisch überzogen werden
- mit einer [dünnen] Schicht von etwas bedecken oder umhüllen, als [dünne] Schicht von etwas auf der Oberfläche von etwas vorhanden sein
- nach und nach bedecken
Beispiel
kalter Schweiß überzog ihr Gesicht - sich nach und nach mit etwas bedecken
Grammatik
- sich überziehen
Beispiel
der Himmel überzog sich mit Wolken
- nach und nach bedecken
- von etwas (was einem zusteht) zu viel in Anspruch nehmen
Herkunft
- im Bankwesen Lehnbedeutung nach englisch to overdraw
Beispiele
- den Etat überziehen
- sein Konto [um 300 Euro] überziehen ([300 Euro] mehr abheben, als auf dem Konto gutgeschrieben ist)
- die Pause, die Sendezeit überziehen
- <auch ohne Akkusativ-Objekt>: der Moderator hat schon wieder überzogen
- übertreiben, zu weit treiben
Beispiele
- man soll seine Kritik nicht überziehen
- <oft im 2. Partizip>: der Kommentar war im Ton überzogen
- eine überzogene Reaktion, Lohnforderung
- von etwas (was einem zusteht) zu viel in Anspruch nehmen
- mit Topspin spielen
Gebrauch
besonders Tennis, Tischtennis
Beispiel
der Spieler überzog die hohen Bälle - zu steil hochziehen
Gebrauch
Fliegersprache
Beispiel
er überzog die Maschine - (mit etwas) heimsuchen (2)
Beispiele
- sie überzogen das Land mit Krieg
- jemanden mit einer Klage, mit Klagen überziehen (Rechtssprache; gegen jemanden klagen)
