stellen
Wortart: schwaches Verb
Häufigkeit:
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- stel|len
Bedeutungen
- etwas an einen bestimmten Platz, eine bestimmte Stelle bringen, tun [sodass es dort steht]
- (von Fanggeräten) aufstellen
- (von technischen Einrichtungen, Geräten) in die richtige oder gewünschte Stellung, auf den richtigen oder gewünschten Wert o. Ä. bringen, so regulieren, dass sie zweck-, wunschgemäß funktionieren
- dafür sorgen, dass jemand, etwas zur Stelle ist; bereitstellen
- einen bestimmten Zustand vortäuschen
- (von Speisen, Getränken) etwas an einen dafür geeigneten Platz stellen, damit es eine bestimmte Temperatur behält oder bekommt
- zum Stehenbleiben zwingen und dadurch in seine Gewalt bekommen
- sich in bestimmter Weise jemandem, einer Sache gegenüber verhalten; in Bezug auf jemanden, etwas eine bestimmte Position beziehen, Einstellung haben
- jemandem ein bestimmtes Auskommen verschaffen
- (Kaufmannssprache, besonders österreichisch) einen bestimmten Preis haben, eine bestimmte Summe kosten
- (in Bezug auf die Stellungen und Bewegungen der Personen [auf der Bühne]) festlegen; arrangieren
- steif in die Höhe richten, aufstellen
- aufgrund bestimmter Merkmale, Daten o. Ä. erstellen, aufstellen
- in verblasster Bedeutung in Verbindung mit bestimmten Substantiven
Wussten Sie schon?
Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.Synonyme zu stellen
- absetzen, abstellen, niedersetzen, niederstellen, zu Boden setzen
- sich aufstellen, Aufstellung nehmen, sich hinstellen, sich platzieren, sich postieren; (umgangssprachlich) sich aufbauen, sich aufpflanzen, sich hinbauen; (süddeutsch, schweizerisch umgangssprachlich) hinstehen; (schweizerisch mundartlich) stehen
- heucheln, simulieren, so tun, als ob, sich verstellen, vorgaukeln, vorgeben, vormachen, vorschützen, vorspiegeln, vorspielen, vortäuschen; (bildungssprachlich) fingieren; (umgangssprachlich) markieren; (umgangssprachlich abwertend) mimen
- aufstellen, einstellen, hinstellen, platzieren, postieren, setzen; (umgangssprachlich) [hin]tun
- einrichten, einstellen, regulieren; (Technik, Physik) justieren
- sich ausliefern, sich ergeben, sich melden; (Papierdeutsch, gehoben) sich in jemandes Gewalt begeben
- bereitstellen, bieten, geben, spenden, überlassen, zur Verfügung stellen; (umgangssprachlich) spendieren
- eine Einstellung/eine Meinung haben, einen Standpunkt vertreten, meinen, Position beziehen, stehen, sich verhalten
- aufgreifen, dingfest machen, ergreifen, fassen, festnehmen, gefangen nehmen, greifen, in Arrest/Gewahrsam/Haft nehmen, in seine Gewalt bekommen, verhaften; (gehoben) habhaft werden; (umgangssprachlich) erwischen, kriegen, schnappen; (salopp) hoppnehmen, kaschen; (Jargon) hochnehmen
Aussprache
- Betonung:
- stẹllen
Herkunft
- mittelhochdeutsch, althochdeutsch stellen, zu ↑Stall und eigentlich = an einen Standort bringen, aufstellen
Grammatik
- schwaches Verb; Perfektbildung mit »hat«
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
-
-
sich an einen bestimmten Platz, eine bestimmte Stelle begeben und dort für eine gewisse Zeit stehen bleiben
Grammatik
- sich stellen
Beispiele
- sich ans Fenster stellen
- stell dich in die Reihe!
- er stellte sich ihr in den Weg (suchte sie am Weitergehen zu hindern)
- sich auf die Zehenspitzen stellen (sich auf den Zehenspitzen in die Höhe recken)
- (landschaftlich) ich stelle mich lieber (stehe lieber/bleibe lieber stehen)
- <in übertragener Bedeutung>: sich gegen jemanden, etwas stellen (jemandem in seinem Vorhaben, seinen Plänen o. Ä. die Unterstützung versagen [und ihm entgegenhandeln]; sich mit etwas nicht einverstanden erklären und es zu verhindern suchen)
- <in übertragener Bedeutung>: sich hinter jemanden, etwas stellen (für jemanden, etwas Partei ergreifen, jemanden, etwas unterstützen)
- <in übertragener Bedeutung>: sich [schützend] vor jemanden, (seltener:) etwas stellen (für jemanden, etwas eintreten, jemanden, etwas beschützen, verteidigen)
-
an einen bestimmten Platz, eine bestimmte Stelle bringen und dort für eine gewisse Zeit in stehender Haltung lassen; an einer bestimmten Stelle in stehende Haltung bringen
Beispiele
- ein Kind ins Laufgitter, wieder auf die Füße stellen
- <in übertragener Bedeutung>: jemanden vor eine Entscheidung stellen (ihn mit einer Entscheidung konfrontieren)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
auf sich [selbst] gestellt sein ([finanziell] auf sich selbst angewiesen sein)
-
sich an einen bestimmten Platz, eine bestimmte Stelle begeben und dort für eine gewisse Zeit stehen bleiben
-
etwas an einen bestimmten Platz, eine bestimmte Stelle bringen, tun [sodass es dort steht]
Beispiele
- das Geschirr auf den Tisch stellen
- die Blumen in die Vase stellen
- Südweinflaschen stellen, nicht legen
- etwas nicht stellen können (nicht ausreichend Platz dafür haben)
- hier lässt sich nicht viel, nichts mehr stellen
- <in übertragener Bedeutung>: eine Frage in den Mittelpunkt der Diskussion stellen
- <in übertragener Bedeutung>: eine Sache über eine andere stellen (mehr als eine andere Sache schätzen, sie bevorzugen)
-
(von Fanggeräten) aufstellen
Beispiel
Fallen stellen -
(von technischen Einrichtungen, Geräten) in die richtige oder gewünschte Stellung, auf den richtigen oder gewünschten Wert o. Ä. bringen, so regulieren, dass sie zweck-, wunschgemäß funktionieren
Beispiele
- die Weichen stellen
- die Uhr stellen (die Zeiger auf die richtige Stelle rücken)
- den Wecker auf 6 Uhr stellen
- das Radio leiser stellen
- die Heizung höher, niedriger stellen
-
dafür sorgen, dass jemand, etwas zur Stelle ist; bereitstellen
Beispiele
- einen Ersatzmann, Zeugen stellen
- eine Kaution stellen
- er stellte (spendierte) den Wein für die Feier
- die Firma stellt ihr Wagen und Chauffeur
-
einen bestimmten Zustand vortäuschen
Grammatik
- sich stellen
Beispiele
- sich krank, schlafend, taub stellen
- sie stellte sich dumm (umgangssprachlich; tat so, als ob sie von nichts wüsste, als ob sie die Anspielung o. Ä. nicht verstünde)
-
(von Speisen, Getränken) etwas an einen dafür geeigneten Platz stellen, damit es eine bestimmte Temperatur behält oder bekommt
Beispiel
den Sekt kalt stellen -
zum Stehenbleiben zwingen und dadurch in seine Gewalt bekommen
Beispiel
die Polizei stellte die Verbrecher -
-
(von jemandem, der gesucht wird, der eine Straftat begangen hat) sich freiwillig zur Polizei o. Ä. begeben, sich dort melden
Grammatik
- sich stellen
Beispiel
der Täter hat sich [der Polizei] gestellt -
um einer Pflicht nachzukommen, sich bei einer militärischen Dienststelle einfinden, melden
Grammatik
- sich stellen
Beispiel
er muss sich am 1. Januar stellen (wird einberufen) -
einer Herausforderung o. Ä. nicht ausweichen; bereit sein, etwas auszutragen
Grammatik
- sich stellen
Beispiel
sich einer Diskussion, dem Herausforderer stellen
-
(von jemandem, der gesucht wird, der eine Straftat begangen hat) sich freiwillig zur Polizei o. Ä. begeben, sich dort melden
-
sich in bestimmter Weise jemandem, einer Sache gegenüber verhalten; in Bezug auf jemanden, etwas eine bestimmte Position beziehen, Einstellung haben
Grammatik
- sich stellen
Beispiele
- sich positiv, negativ zu jemandem, zu einer Sache stellen
- sich mit jemandem gut stellen (mit jemandem gut auszukommen, seine Sympathie zu gewinnen suchen)
- wie stellst du dich zu diesem Problem?
-
jemandem ein bestimmtes Auskommen verschaffen
Beispiel
<meist im 2. Partizip>: gut, schlecht gestellt sein (sich in guten, schlechten finanziellen Verhältnissen befinden) -
einen bestimmten Preis haben, eine bestimmte Summe kosten
Grammatik
- sich stellen
Gebrauch
Kaufmannssprache, besonders österreichisch
Beispiel
der Teppich stellt sich auf 4 000 Euro -
(in Bezug auf die Stellungen und Bewegungen der Personen [auf der Bühne]) festlegen; arrangieren (1b)
Beispiele
- eine Szene stellen
- dieses Familienfoto wirkt gestellt (unnatürlich, gezwungen)
-
steif in die Höhe richten, aufstellen
Beispiel
der Hund stellt die Ohren -
aufgrund bestimmter Merkmale, Daten o. Ä. erstellen, aufstellen
Beispiele
- eine Diagnose, seine Prognose stellen
- sie ließ sich, ihm das Horoskop stellen
- jemandem eine hohe Rechnung stellen (landschaftlich; ausstellen)
-
in verblasster Bedeutung in Verbindung mit bestimmten Substantiven
Beispiele
- [jemandem] ein Thema, eine Aufgabe stellen (geben)
- Bedingungen stellen (geltend machen)
- sich auf den Standpunkt stellen (den Standpunkt vertreten), dass …
- Forderungen stellen (etwas fordern)
- eine Bitte stellen (um etwas bitten)
- eine Frage stellen (etwas fragen)
- einen Antrag stellen (etwas beantragen)
- etwas in Rechnung stellen (berechnen)
- etwas unter Beweis stellen (beweisen)
- jemanden vor Gericht stellen (anklagen)
- etwas zur Verfügung stellen (Verfügung 2)
- sich zur Wahl stellen (sich bereit erklären, sich bei einer Wahl aufstellen zu lassen)

