schwach
Wortart: Adjektiv
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- schwach
schwä|cher, schwächs|te
- Kleinschreibung:
- das schwache (veraltend für das weibliche) Geschlecht
- eine schwache Stunde
- Sprachwissenschaft: schwache Deklination; ein schwaches Verb
- Großschreibung bei der Substantivierung
- Regel 72:
- etwas Schwaches, alles Schwache
- das Recht des Schwachen
- In Verbindung mit adjektivisch gebrauchten Partizipien kann getrennt oder zusammengeschrieben werden [Regel 58]:
- ein schwach begabter oder schwachbegabter Schüler
- eine schwach besuchte oder schwachbesuchte Veranstaltung
- eine schwach betonte oder schwachbetonte, schwächer betonte Silbe
- die schwach bevölkerte oder schwachbevölkerte Gegend; die am schwächsten bevölkerten Gegenden
- die schwach bewegte oder schwachbewegte See
Vgl. auch schwachmachen, schwachwerden
Wussten Sie schon?
Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.Synonyme zu schwach
- abgezehrt, altersschwach, anfällig, angegriffen, angekränkelt, angeschlagen, ausgezehrt, elend, empfänglich, empfindlich, energielos, entkräftet, erschöpft, flau, flügellahm, gebrechlich, geschwächt, kraftlos, krank, kränkelnd, krankheitsanfällig, kränklich, lass, marklos, mitgenommen, müde, nicht kräftig, nicht widerstandsfähig, nur noch der/ein Schatten seiner selbst, ohne Kraft, schwach auf den Beinen, von Krankheit gekennzeichnet; (schweizerisch) krächelig; (gehoben) aufgezehrt, ermattet, hinfällig, siech; (bildungssprachlich) morbid, neuralgisch; (umgangssprachlich) abgeschlafft, alle, angeknackst, down, hin, k. o., kaputt, lahm, matschig, platt, schlaff, schlapp, tatterig, wackelig, wie ein Häufchen/Haufen Elend, [wie] gerädert; (österreichisch umgangssprachlich) marod; (salopp) matsch; (familiär) klapprig; (bayrisch, österreichisch umgangssprachlich) letschert; (landschaftlich) abgeschlagen, tüttelig; (landschaftlich, besonders norddeutsch) taperig; (oft emotional) malade; (gehoben abwertend) dünnblütig, wie das Leiden Christi; (salopp abwertend) hundsmiserabel; (veraltet) [ge]bresthaft, kaduk; (Medizin) dekompensiert, insuffizient, kachektisch, labil
- butterweich, charakterlich nicht gefestigt, charakterschwach, demoralisiert, entschlusslos, entschlussunfähig, gefügig, haltlos, mürbe, nachgiebig, ohne moralischen Halt, schwankend, Stimmungen unterworfen, unbeständig, unentschlossen, ungefestigt, verführbar, weichlich, willenlos, willensschwach, zu weich; (gehoben) schwank, unstet; (umgangssprachlich) weich wie Butter; (besonders süddeutsch, österreichisch) mürb; (abwertend) flatterhaft, kompromisslerisch, rückgratlos; (gehoben abwertend) wankelmütig; (oft abwertend) wachsweich, windelweich; (bildungssprachlich veraltet) dissolut
- ausgeliefert, einflusslos, entmachtet, hilflos, machtlos, ohne Einfluss/Macht, ohnmächtig, schutzlos, unterlegen, wehrlos
- ätherisch, brechbar, dünn, fein, fein[gliedrig], filigran, grazil, hauchzart, klein, kümmerlich, schmächtig, schmal, schwächlich, verkümmert, zart[gliedrig], zierlich; (gehoben) zerbrechlich; (umgangssprachlich abwertend) mickrig, vermickert
- gering, kaum, minimal, spärlich, wenig
- dünnflüssig, durchscheinend, durchsichtig, transparent, verwässert, wässrig, wenig gehaltvoll; (meist abwertend) schlabberig
- nicht leistungsfähig/leistungsstark, niedrig, ohne Wirkungskraft, unwirksam, wirkungslos
- dumm, faul, impotent, leistungsschwach, unbegabt, ungeschickt, untüchtig; (umgangssprachlich) keine Leuchte, kein Held, keine Heldin, nicht gerade eine Leuchte, schwach auf der Brust; (Fachsprache) minderbegabt
- ärmlich, bescheiden, billig, dürftig, enttäuschend, erbärmlich, fehlerhaft, gehaltlos, geringwertig, kümmerlich, mangelhaft, minderwertig, mit Mängeln behaftet, niveaulos, unbefriedigend, ungenügend, unzureichend, von geringer Qualität, wertlos; (österreichisch) unzukömmlich; (schweizerisch) halbbatzig; (gehoben) unzulänglich; (bildungssprachlich) inferior, insuffizient, substanzlos; (salopp) beschissen; (abwertend) armselig, lausig, schäbig, zweitklassig; (oft abwertend) kläglich; (umgangssprachlich abwertend) lumpig, mies; (emotional) miserabel
- abgetönt, blass, dezent, dumpf, entfernt, fahl, flüchtig, gedämpft, gedeckt, gelinde, kaum merklich/spürbar, leicht, leise, matt, mild, nicht grell, sachte, sanft, undeutlich, unmerklich, vage, verblasst, verhalten, zurückhaltend
Grammatik
- Adjektiv; Steigerungsformen: schwächer, schwächste
Bedeutungen und Beispiele
- in körperlicher Hinsicht keine oder nur geringe Kraft besitzend; von mangelnder Kraft zeugend; nicht kräftig
Beispiele
- ein abgemagerter, schwacher Mann
- eine schwache Konstitution haben
- er ist schon alt und schwach, fühlt sich sehr schwach
- was den Körper schwach macht (schwächt)
- sie wird immer schwächer
- <substantiviert>: der Stärkere muss dem Schwachen helfen
- <in übertragener Bedeutung>: die Gefahr besteht, dass ich schwach werde (nachgebe)
- <in übertragener Bedeutung>: jetzt nur nicht schwach werden (nicht schwankend werden, nicht nachgeben)
- <in übertragener Bedeutung>: wenn ich diese Frau sehe, werde ich schwach (vergesse ich alle meine Vorsätze und möchte mit ihr ein Abenteuer haben)
- in seiner körperlichen Funktion nicht sehr leistungsfähig; anfällig, nicht widerstandsfähig
Beispiele
- ein schwaches Herz haben
- er hat schwache Nerven
- <in übertragener Bedeutung>: er hat einen schwachen Willen (gibt Versuchungen leicht nach, ist nicht sehr standhaft)
- in körperlicher Hinsicht keine oder nur geringe Kraft besitzend; von mangelnder Kraft zeugend; nicht kräftig
- dünn, nicht stabil, nicht fest und daher keine große Belastbarkeit aufweisend
Beispiele
- schwache Bretter
- ein zu schwacher Draht
- das Eis, die Eisdecke ist noch zu schwach zum Schlittschuhlaufen
- dieses Glied der Kette ist etwas schwächer als die übrigen
- <in übertragener Bedeutung>: der Plan hat einige schwache Stellen
- nicht sehr zahlreich
Beispiele
- eine schwache Beteiligung
- der Saal war nur schwach besetzt
- das Land ist schwach bevölkert
- ein schwach bevölkertes Land
- keine hohe Konzentration aufweisend, wenig gehaltvoll
Beispiele
- schwacher Kaffee
- eine schwache Salzlösung
- ein schwaches Gift
- keine hohe Leistung (2b) erbringend; keinen hohen Grad an Leistungskraft, Wirksamkeit besitzend; nicht leistungsstark
Beispiele
- ein schwacher Motor
- eine schwache Glühbirne
- die Brille ist sehr schwach
- in geistiger oder körperlicher Hinsicht keine guten Leistungen erbringend; nicht tüchtig, nicht gut
Beispiele
- eine schwache Opposition
- er ist der schwächste Schüler in der Klasse
- die Mannschaft hat schwach gespielt
- <substantiviert>: den Schwächeren in der Klasse muss man helfen
- als Ergebnis einer geistigen oder körperlichen Leistung in der Qualität unzulänglich, dürftig, wenig befriedigend
Beispiele
- eine schwache [schulische] Leistung
- ein schwaches Buch
- das ist die schwächste Zeit, die sie seit Langem gelaufen ist
- eine schwache Vorstellung
- (umgangssprachlich) die deutsche Mannschaft bot ein schwaches Bild (spielte enttäuschend)
- in geistiger oder körperlicher Hinsicht keine guten Leistungen erbringend; nicht tüchtig, nicht gut
- nur wenig ausgeprägt; in nur geringem Maße vorhanden, wirkend; von geringem Ausmaß, in geringem Grade; nicht intensiv, nicht heftig, nicht kräftig
Beispiele
- eine schwache Strömung
- schwaches Licht
- es erhob sich ein schwacher (leichter) Wind
- ein schwacher Puls
- nur schwachen Widerstand leisten
- eine schwache Erinnerung an etwas haben
- es blieb nur eine schwache (geringe, nur wenig) Hoffnung
- schwacher Beifall
- das ist doch nur ein schwacher Trost (umgangssprachlich; das nützt doch nichts, hilft auch nur wenig)
- sein Herz, Puls schlägt noch schwach
- das Feuer brennt nur noch schwach
- die Blumen duften schwach
- er hat sich nur schwach gewehrt
- diese Silbe ist schwach betont
- schwach betonte Silben
- ein Land mit schwach entwickelter Wirtschaft
- seine Intelligenz ist nur schwach entwickelt
- (aufgrund schwacher Nachfrage) billig
Gebrauch
Wirtschaft, Börsenwesen
Beispiele
- eine schwache (weiche (1d)) Währung
- die Aktienkurse tendierten zu Handelsbeginn schwächer (verloren an Wert, gaben nach)
- nur wenig ausgeprägt; in nur geringem Maße vorhanden, wirkend; von geringem Ausmaß, in geringem Grade; nicht intensiv, nicht heftig, nicht kräftig
- (in Bezug auf Verben) durch gleichbleibenden Stammvokal und (bei Präteritum und 2. Partizip) durch das Vorhandensein des Konsonanten »t« gekennzeichnet
Gebrauch
Sprachwissenschaft
Beispiele
- die schwache Konjugation
- schwache (schwach konjugierte) Verben
- »zeigen« wird schwach konjugiert, gebeugt
- (in Bezug auf Nomen) in den meisten Formen durch das Vorhandensein des Konsonanten »n« gekennzeichnet
Gebrauch
Sprachwissenschaft
Beispiele
- die schwache Deklination
- schwache (schwach deklinierte) Substantive
- schwach deklinierte Adjektive
- »Mensch« wird schwach dekliniert, gebeugt
- (in Bezug auf Verben) durch gleichbleibenden Stammvokal und (bei Präteritum und 2. Partizip) durch das Vorhandensein des Konsonanten »t« gekennzeichnet
