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kle­ben

Wortart: schwaches Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: kle|ben
Beispiele: an der Wand kleben bleiben; aber sie ist in der dritten Klasse kleben geblieben oder klebengeblieben (umgangssprachlich für nicht versetzt worden) [Regel 55]

Bedeutungsübersicht

  1. durch die Wirkung eines Klebstoffes oder aufgrund eigner Klebkraft fest an etwas hängen, an, auf etwas haften
  2. Klebkraft haben
    1. (umgangssprachlich) (an der Oberfläche) in einem Zustand sein, der das Klebenbleiben von etwas oder an etwas bewirkt; klebrig sein
    2. (umgangssprachlich) etwas (Anklebendes) an sich hängen haben
  3. (umgangssprachlich) sich nicht überwinden, entschließen können, etwas aufzugeben, sich von etwas zu trennen, zu lösen, loszureißen
  4. mit etwas verbunden sein
    1. so an, in, auf usw. etwas anbringen, befestigen, dass es daran, darin, darauf usw. klebt
    2. mit Klebstoff o. Ä. reparieren, wieder zusammenfügen
  5. (umgangssprachlich früher) Sozialversicherungsbeiträge entrichten [und die entsprechenden Marken als Beleg in ein Heft kleben]
  6. (besonders Fußball) wuchtig schießen, werfen

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.

Synonyme zu kleben

Aussprache

Betonung: kleben
Lautschrift: [ˈkleːbn̩] 🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch kleben, althochdeutsch klebēn = kleben, anhaften, zu mittelhochdeutsch klīben, althochdeutsch klīban = anhaften, (an)kleben, verwandt mit Klei

Grammatik

schwaches Verb; Perfektbildung mit »hat«
PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich klebeich klebe 
 du klebstdu klebest kleb, klebe!
 er/sie/es klebter/sie/es klebe 
Pluralwir klebenwir kleben 
 ihr klebtihr klebet 
 sie klebensie kleben 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich klebteich klebte
 du klebtestdu klebtest
 er/sie/es klebteer/sie/es klebte
Pluralwir klebtenwir klebten
 ihr klebtetihr klebtet
 sie klebtensie klebten
Partizip I klebend
Partizip II geklebt
Infinitiv mit zu zu kleben

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

  1. durch die Wirkung eines Klebstoffes oder aufgrund eigner Klebkraft fest an etwas hängen, an, auf etwas haften

    Beispiele

    • an der Litfaßsäule kleben Plakate
    • an seiner Backe, auf der Tischplatte klebt Marmelade
    • die feuchten Haare kleben ihr im Gesicht
    • das Hemd klebt ihm am Körper
    • die Fliege ist am, auf dem Leim kleben geblieben
    • <in übertragener Bedeutung>: am Computer, Fernseher kleben
    • <in übertragener Bedeutung>: (salopp) jemandem am Auspuff kleben ([in einer Kolonne] dicht hinter jemandem herfahren)
    • <in übertragener Bedeutung>: (umgangssprachlich) drei Wochen kleben wir nun schon in diesem Nest (sitzen wir fest)
    • <in übertragener Bedeutung>: wegen eines Maschinenschadens sind wir hier kleben geblieben
    • <in übertragener Bedeutung>: die Unterschrift klebt in der rechten unteren Ecke
    • <in übertragener Bedeutung>: jemandes Blicke kleben an jemandem, etwas (sind unablässig auf jemanden, etwas gerichtet, geheftet)
    • <in übertragener Bedeutung>: (Sport) der Torwart klebte zu sehr an der Linie (bewegte sich nicht aus dem Tor heraus)
    • <in übertragener Bedeutung>: (salopp) sie klebt an ihm (hängt an ihm und kann sich nicht von ihm trennen)

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    jemandem eine kleben (salopp: jemandem eine Ohrfeige geben)
  2. Klebkraft haben

    Beispiele

    • sehr fest, gut kleben
    • das Pflaster klebt nicht mehr
    1. (an der Oberfläche) in einem Zustand sein, der das Klebenbleiben von etwas oder an etwas bewirkt; klebrig sein

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiele

      • die Bonbons kleben
      • meine Hände kleben vor Dreck
      • mein Hemd klebt (ist feucht und klebt mir am Körper)
      • sie klebte [am ganzen Körper] (schwitzte, und ihre Kleider klebten ihr am Körper fest)
    2. etwas (Anklebendes) an sich hängen haben

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiel

      der Fliegenfänger klebt voller Fliegen
  3. sich nicht überwinden, entschließen können, etwas aufzugeben, sich von etwas zu trennen, zu lösen, loszureißen

    Gebrauch

    umgangssprachlich

    Beispiele

    • im Wirtshaus kleben
    • die Besucher klebten an ihren Stühlen
    • <in übertragener Bedeutung>: am Geld, an Äußerlichkeiten kleben
  4. mit etwas verbunden sein

    Beispiele

    • an dieser Arbeit klebt viel Schweiß
    • an dieser Plastik kleben viele Erinnerungen
    1. so an, in, auf usw. etwas anbringen, befestigen, dass es daran, darin, darauf usw. klebt

      Beispiele

      • Plakate, Tapeten an die Wand kleben
      • eine Marke auf den Brief kleben
      • Fotos ins Album kleben
    2. mit Klebstoff o. Ä. reparieren, wieder zusammenfügen

      Beispiele

      • einen gerissenen Film kleben
      • einen Riss kleben (mit Klebstoff schließen)
  5. Sozialversicherungsbeiträge entrichten [und die entsprechenden Marken als Beleg in ein Heft kleben]

    Gebrauch

    umgangssprachlich früher

    Beispiel

    er hat bereits in jungen Jahren geklebt
  6. wuchtig schießen, werfen

    Gebrauch

    besonders Fußball

    Beispiel

    den Ball in die linke obere Ecke kleben

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