heißen
Wortart: starkes Verb
Häufigkeit:
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- hei|ßen
- Beispiele:
- du heißt; ich hieß, du hießest; geheißen; heiß[e]!; er hat es mich geheißen, aber wer hat dich das tun heißen?; sie hat mich kommen heißen, seltener geheißen; er war »angeheitert«, will heißen[,] völlig betrunken
Bedeutungen
- den Namen haben, sich nennen, genannt werden
- (gehoben) das Verlangen äußern, dass etwas Bestimmtes geschehe; zu etwas auffordern
- einer Äußerung o. Ä. in einem anderen Zusammenhang, einem Wort in einer anderen Sprache o. Ä. entsprechen; das Gleiche bedeuten, aussagen, ausdrücken
- den Wortlaut haben, lauten
- (gehoben) nötig, geboten sein
Wussten Sie schon?
- Dieses Wort oder diese Verbindung ist rechtschreiblich schwierig (Liste der rechtschreiblich schwierigen Wörter).
- Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.
Synonyme zu heißen
- den Namen haben/tragen, genannt werden, sich nennen; (landschaftlich, sonst veraltend) sich schreiben
- ausgeben, bezeichnen, charakterisieren, hinstellen, nennen, titulieren; (gehoben) schimpfen; (umgangssprachlich) betiteln
- ausdrücken, aussagen, bedeuten, besagen, die Bedeutung haben, meinen, sagen, sein
- den Wortlaut haben, lauten
Aussprache
- Betonung:
- he̲i̲ßen
Herkunft
- mittelhochdeutsch heiʒen, althochdeutsch heiʒʒan = auffordern, befehlen; sagen; nennen, wohl eigentlich = antreiben, zu etwas drängen
Grammatik
- starkes Verb; Perfektbildung mit »hat«
Typische Verbindungen (computergeneriert)
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
-
den Namen haben, sich nennen, genannt werden
Herkunft
- aus dem passivischen Gebrauch der alten Bedeutung »nennen«
Beispiele
- der Junge heißt Peter Müller
- wie heißt du [mit Vor-, Nachnamen]?
- früher hat sie anders geheißen (landschaftlich umgangssprachlich: gehießen)
- wie heißt die Straße?
- er heißt nach seinem Großvater (er trägt den gleichen Vornamen wie sein Großvater)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
wenn es sich so verhält, heiße ich Hans, Emil, Meier/will ich Hans, Emil, Meier heißen (umgangssprachlich; so verhält es sich ganz gewiss nicht) -
-
nennen (1a)
Gebrauch
veraltend
Beispiel
sie haben das Kind [nach seinem Vater] Wilhelm geheißen -
nennen (1b)
Gebrauch
gehoben
Beispiele
- jemanden seinen Freund heißen
- jemanden launisch heißen
- das muss man eine großartige Leistung heißen
- das heiße ich pünktlich [sein]
-
nennen (1a)
-
das Verlangen äußern, dass etwas Bestimmtes geschehe; zu etwas auffordern
Grammatik
- in Verbindung mit einem Infinitiv + Akkusativ
Gebrauch
gehoben
Beispiele
- er hieß mich stehen bleiben
- wer hat dich kommen heißen/(seltener:) geheißen?
- er hieß ihn ein ehrlicher Mensch werden
-
einer Äußerung o. Ä. in einem anderen Zusammenhang, einem Wort in einer anderen Sprache o. Ä. entsprechen; das Gleiche bedeuten, aussagen, ausdrücken
Beispiele
- »guten Abend« heißt auf Französisch »bon soir«
- er weiß, was es heißt (bedeutet), Verantwortung zu tragen
- das will schon etwas heißen
- das soll nun etwas heißen! (umgangssprachlich abwertend; soll Eindruck machen!)
- <in einer Verärgerung ausdrückenden Antwort, die eine vorangegangene Äußerung aufgreift>: was heißt hier: morgen? Das wird sofort gemacht
- (als Erläuterung oder Einschränkung von etwas vorher Gesagtem:) ich komme morgen, das heißt, nur wenn es nicht regnet; Abkürzung: d. h.
-
den Wortlaut haben, lauten
Beispiele
- der Titel des Romans heißt »Krieg und Frieden«
- der Werbespruch, sein Motto heißt: …
-
-
(als Vermutung, Behauptung o. Ä.) gesagt werden
Grammatik
- unpersönlich
Gebrauch
gehoben veraltend
Beispiel
es heißt, er sei ins Ausland gegangen -
(an einer bestimmten Stelle) zu lesen sein, geschrieben stehen
Grammatik
- unpersönlich
Gebrauch
gehoben veraltend
Beispiele
- bei Hegel heißt es, …
- in dem Abkommen heißt es ausdrücklich, dass …
- in seinem Brief hatte es geheißen, er wolle zurückkommen
-
(als Vermutung, Behauptung o. Ä.) gesagt werden
-
nötig, geboten sein
Grammatik
- unpersönlich
Gebrauch
gehoben
Beispiele
- noch heißt es abwarten
- da heißt es aufgepasst/aufpassen! (gilt es aufzupassen!)

