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gehen

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ge­hen

Wortart: unregelmäßiges Verb

Häufigkeit: 

Rechtschreibung

Worttrennung:
ge|hen
  • in sich gehen
  • vor sich gehen
In Verbindung mit Verben [Regel 55]:
  • baden gehen, essen gehen, schlafen gehen
  • jemanden [nach Hause, nach München, ins Ausland] gehen lassen
  • sie haben ihn [nach Hause] gehen lassen, seltener gehen gelassen
  • den Teig gehen lassen (aufgehen lassen)
  • du sollst die Kleine gehen lassen oder gehenlassen (in Ruhe lassen)
  • sich gehen lassen oder gehenlassen (sich nicht beherrschen, sich undiszipliniert verhalten)

Bedeutungen

  1. sich in aufrechter Haltung auf den Füßen schrittweise fortbewegen
  2. eine bestimmte Strecke gehend zurücklegen
  3. in bestimmter Weise zu begehen sein
    1. sich [mit bestimmter Absicht] irgendwohin begeben
    2. regelmäßig besuchen
    3. in einem bestimmten Bereich [beruflich] tätig werden
    4. (landschaftlich) als etwas [zu] arbeiten [beginnen]
  4. (umgangssprachlich) sich in bestimmter Weise kleiden
    1. einen Ort verlassen; weggehen
    2. seinen bisherigen Arbeitsplatz aufgeben; aus dem Amt, Dienst ausscheiden
    1. (umgangssprachlich) sich an etwas zu schaffen machen
    2. (umgangssprachlich) sich unerlaubt von einer Sache etwas nehmen
  5. (umgangssprachlich) mit jemandem ein Freundschafts- oder Liebesverhältnis haben [und sich in der Öffentlichkeit mit ihm zeigen]
    1. in bestimmter Weise in Bewegung sein
    2. aufgehen
    1. sich machen lassen; möglich sein
    2. (umgangssprachlich) einigermaßen akzeptabel sein, gerade noch angehen
    1. sich in bestimmter Weise entwickeln; in bestimmter Weise verlaufen
    2. in bestimmter Weise zu handhaben, zu machen, durchzuführen sein
  6. absetzbar, verkäuflich sein; gewünscht werden
    1. in etwas Raum finden
    2. (von Zahlen, Maßen) in etwas enthalten sein
    3. in etwas aufgeteilt werden
    1. sich bis zu einem bestimmten Punkt erstrecken, ausdehnen
    2. eine bestimmte Richtung haben, einschlagen; in einer bestimmten Richtung verlaufen
    3. auf etwas, jemanden abzielen, gerichtet sein
    4. sich einem bestimmten Zustand, Zeitpunkt o. Ä. nähern
    5. sich nach jemandem, etwas richten; jemanden, etwas als Maßstab nehmen
    1. sich in einer bestimmten Verfassung, Lage befinden
    2. sich um etwas handeln

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.

Synonyme zu gehen

Aussprache

Betonung:
ge̲hen

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Herkunft

mittelhochdeutsch, althochdeutsch gēn, gān, ursprünglich = verlassen, fortgehen; leer sein, klaffen, verwandt mit gähnen

Grammatik

unregelmäßiges Verb; Perfektbildung mit »ist«
Präsens Indikativ Konjunktiv I Imperativ
Singular ich gehe ich gehe  
  du gehst du gehest geh, gehe!
  er/sie/es geht er/sie/es gehe  
Plural wir gehen wir gehen  
  ihr geht ihr gehet
  sie gehen sie gehen  
Präteritum Indikativ Konjunktiv II
Singular ich ging ich ginge
  du gingst du gingest
  er/sie/es ging er/sie/es ginge
Plural wir gingen wir gingen
  ihr gingt ihr ginget
  sie gingen sie gingen
Partizip I gehend
Partizip II gegangen
Infinitiv mit zu zu gehen

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

  1. sich in aufrechter Haltung auf den Füßen schrittweise fortbewegen

    Beispiele

    • schnell, langsam, gerade, gebückt, barfuß, am Stock, auf Zehenspitzen, eingehakt gehen
    • geradeaus, um die Ecke, über die Straße, auf und ab, hin und her gehen
    • willst du mitfahren oder lieber [zu Fuß] gehen?

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    • wo jemand geht und steht (immerzu; überall: er trägt die Sonnenbrille, wo er geht und steht)
    • wie jemand geht und steht (so, wie jemand gerade [angezogen] ist; sofort: als er die Nachricht hörte, rannte er los, wie er ging und stand)
  2. eine bestimmte Strecke gehend (1) zurücklegen

    Beispiele

    • einen Umweg, 5 km gehen
    • ich bin den Weg in einer Stunde gegangen
    • sie ist ein Stück mit uns gegangen
    • der Pfad ist nicht leicht zu gehen
  3. in bestimmter Weise zu begehen sein

    Grammatik

    sich gehen; unpersönlich

    Beispiel

    auf diesem Pflaster geht es sich schlecht
    1. sich [mit bestimmter Absicht] irgendwohin begeben

      Beispiele

      • schwimmen, tanzen, einkaufen, essen gehen
      • auf den Markt, aufs Standesamt gehen
      • ins Ausland gehen
      • zu/ins Bett gehen
      • zur/in die Kirche gehen (den Gottesdienst besuchen)
      • an die Luft gehen (ins Freie gehen, um sich zu entspannen, zu erfrischen)
      • (umgangssprachlich) in die Himbeeren gehen (Himbeeren pflücken gehen)
      • zum Arzt gehen (den Arzt aufsuchen)
      • <in übertragener Bedeutung>: an die Arbeit gehen (mit der Arbeit beginnen)
      • <in übertragener Bedeutung>: in Deckung gehen (Schutz suchen)
      • <in übertragener Bedeutung>: in Urlaub, Pension gehen
      • <in übertragener Bedeutung>: mit einigen Hoffnungen in den Wahlkampf gehen
      • <in übertragener Bedeutung>: das Manuskript geht in Druck (man beginnt mit dem Druck)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      in sich gehen (über sein Verhalten [mit Bedauern] nachdenken, um es zu ändern)
    2. regelmäßig besuchen

      Beispiele

      • in den Kindergarten, auf die Universität gehen
      • sie geht noch zur Schule (sie ist noch Schülerin)
      • <in übertragener Bedeutung>: er ist durch eine harte Schule gegangen (hat viel Schweres durchgemacht)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      ein und aus gehen (bei jemandem, irgendwo regelmäßig zu Gast sein; regelmäßig ein Lokal o. Ä. besuchen: jahrelang bin ich bei dieser Familie ein und aus gegangen; es war bekannt, dass in diesem Lokal Rechtsradikale ein und aus gingen)
    3. in einem bestimmten Bereich [beruflich] tätig werden

      Beispiele

      • in den Staatsdienst, in die Industrie, Politik gehen
      • ins Kloster gehen (Nonne, Mönch werden)
      • zum Theater, zum Film gehen ([Film]schauspieler[in] werden)
    4. als etwas [zu] arbeiten [beginnen]

      Gebrauch

      landschaftlich

      Beispiel

      als Schaffner gehen
  4. sich in bestimmter Weise kleiden

    Gebrauch

    umgangssprachlich

    Beispiele

    • er geht immer gut gekleidet
    • in Schwarz, in Trauer, in Zivil gehen
    • zum Fasching als Cowboy gehen (sich als Cowboy verkleiden)
    1. einen Ort verlassen; weggehen

      Beispiele

      • ich muss jetzt gehen
      • er ist wortlos, grußlos gegangen
      • gehen wir?
      • jemanden lieber gehen als kommen sehen (jemanden nicht mögen und deshalb auf seine Anwesenheit keinen Wert legen)
      • (umgangssprachlich) (als Ausdruck der Ablehnung, des Unwillens) geh/gehen Sie/(süddeutsch, österreichisch:) gehts mir doch damit!
      • (umgangssprachlich) (als Ausdruck des Zweifels) geh/(süddeutsch, österreichisch:) gehts, das soll ich glauben?
      • (verhüllend) er ist von uns gegangen (gestorben)
      • <in übertragener Bedeutung>: um 12.22 Uhr geht der Zug (fährt er ab)
      • <in übertragener Bedeutung>: der nächste Bus geht (fährt) erst in einer halben Stunde
    2. seinen bisherigen Arbeitsplatz aufgeben; aus dem Amt, Dienst ausscheiden

      Beispiele

      • sie hat gekündigt und wird nächsten Monat gehen
      • der Minister musste gehen
      • Sie können gehen (Sie sind entlassen!)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      gegangen werden (umgangssprachlich scherzhaft: entlassen werden)
    1. sich an etwas zu schaffen machen

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiel

      jemand muss an meinen Schreibtisch gegangen sein
    2. sich unerlaubt von einer Sache etwas nehmen

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiel

      ich habe gemerkt, dass du an mein Geld gegangen bist
  5. mit jemandem ein Freundschafts- oder Liebesverhältnis haben [und sich in der Öffentlichkeit mit ihm zeigen]

    Gebrauch

    umgangssprachlich

    Beispiele

    • sie geht schon zwei Jahre mit dem Jungen
    • die beiden gehen [fest] miteinander
    1. in bestimmter Weise in Bewegung sein

      Beispiele

      • die Maschine geht (funktioniert; ist in Betrieb)
      • die Uhr geht nicht mehr (ist stehen geblieben)
      • er erwachte, weil die Klingel, das Telefon ging (läutete)
      • (umgangssprachlich) sein Mundwerk ging ununterbrochen (er redete ununterbrochen)
      • es geht (weht) ein kalter Wind
      • kein Lüftchen ging (es war windstill)
      • die Tür geht (wird geöffnet; bewegt sich)
      • <in übertragener Bedeutung>: die Affäre ging durch alle Zeitungen (wurde in allen Zeitungen verbreitet)
      • <in übertragener Bedeutung>: es geht (man erzählt sich) das Gerücht, dass er daran beteiligt war
    2. aufgehen (4)

      Beispiel

      der Teig muss noch gehen
    1. sich machen lassen; möglich sein

      Beispiele

      • das geht nicht
      • aber das geht doch nicht (das kommt nicht infrage), dass du jetzt schon aufbrichst!
      • <unpersönlich>: leider geht es nicht anders
      • es geht nicht ohne deine Hilfe
      • soll ich es einpacken oder geht es so?
      • (umgangssprachlich) da geht noch was (es kann noch etwas erreicht, verändert, verbessert werden)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      gehts noch? (umgangssprachlich: was soll das?; das ist doch wohl absurd)
    2. einigermaßen akzeptabel sein, gerade noch angehen

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiele

      • die ersten Tage im Urlaub gingen noch, aber dann wurde die Hitze unerträglich
      • <unpersönlich>: »Gefällt es dir?« – »Es geht [so]« (leidlich; einigermaßen)
      • das geht zu weit (übersteigt das vertretbare Maß)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      das geht gar nicht (das ist ausgeschlossen, komplett abzulehnen)
    1. sich in bestimmter Weise entwickeln; in bestimmter Weise verlaufen

      Beispiele

      • der Laden, das Geschäft geht gut, überhaupt nicht
      • (umgangssprachlich) alles geht drunter und drüber
      • <unpersönlich>: es geht alles nach Wunsch
      • <in übertragener Bedeutung>: wie geht (lautet) die erste Strophe?

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      vor sich gehen (gerade stattfinden; geschehen: was geht hier vor sich?; es sind Veränderungen vor sich gegangen)
    2. in bestimmter Weise zu handhaben, zu machen, durchzuführen sein

      Beispiele

      • etwas geht schwer, leicht, ganz einfach
      • ich weiß nicht, wie diese Rechenaufgabe, dieses Spiel geht
  6. absetzbar, verkäuflich sein; gewünscht werden

    Beispiele

    • der Artikel geht bei uns sehr schlecht
    • das Produkt geht überall
    1. in etwas Raum finden

      Beispiele

      • in das Gefäß geht nur ein Liter
      • der Schrank geht (passt) nicht durch die Tür, in das Zimmer
    2. (von Zahlen, Maßen) in etwas enthalten sein

      Beispiele

      • wie oft geht 2 in 10?
      • von diesen Äpfeln gehen vier auf ein Pfund
    3. in etwas aufgeteilt werden

      Beispiel

      die Erbschaft geht in fünf gleiche Teile
    1. sich bis zu einem bestimmten Punkt erstrecken, ausdehnen

      Beispiele

      • der Rocksaum geht bis zu den Knien
      • das Wasser ging mir bis an den Hals
      • die Summe geht in die Hunderte
      • <in übertragener Bedeutung>: er ging so weit zu behaupten, dass ich selbst daran schuld sei
      • <in übertragener Bedeutung>: bis es nicht mehr geht (bis zum Überdruss)
      • <in übertragener Bedeutung>: seine Familie geht ihm über alles (ist ihm am meisten wert)
      • <in übertragener Bedeutung>: das geht über (übersteigt) seine Kräfte, seinen Horizont
      • <in übertragener Bedeutung>: es geht nichts über (nichts ist besser als) ein gutes Glas Wein
    2. eine bestimmte Richtung haben, einschlagen; in einer bestimmten Richtung verlaufen

      Beispiele

      • die Straße geht durch den Wald
      • der Weg geht erst geradeaus, dann links
      • wohin geht (führt) die Reise?
      • <unpersönlich>: hinter der Biegung geht es (führt der Weg, die Straße) steil hinauf
    3. auf etwas, jemanden abzielen, gerichtet sein

      Beispiele

      • der Ball ging (traf) ins Tor
      • das Fenster geht auf den Hof, nach der Straße
      • <in übertragener Bedeutung>: der erste Preis ging an Frau Meier
      • <in übertragener Bedeutung>: diese Bemerkung geht gegen dich
      • <in übertragener Bedeutung>: die Rechnung geht auf mich (bezahle ich)
      • <in übertragener Bedeutung>: das geht gegen meine Prinzipien
      • <in übertragener Bedeutung>: seine Ansicht, Meinung geht dahin, dass wir das gemeinsam zu verantworten hätten
      • <in übertragener Bedeutung>: das geht mir ans Gemüt, zu Herzen (trifft, bewegt mich)
      • <in übertragener Bedeutung>: die Farbe geht (spielt) ins Blau
    4. sich einem bestimmten Zustand, Zeitpunkt o. Ä. nähern

      Beispiele

      • etwas geht zu Ende
      • er geht auf die 60 (nähert sich seinem sechzigsten Lebensjahr)
      • <unpersönlich>: es geht auf/gegen Mitternacht
      • dieser Zustand geht jetzt ins dritte Jahr (dauert schon [länger als] zwei Jahre an)
    5. sich nach jemandem, etwas richten; jemanden, etwas als Maßstab nehmen

      Beispiele

      • er geht nur nach dem Äußeren
      • danach kann man nicht gehen
      • es kann nicht immer alles nach dir gehen (es kann sich nicht immer alles nach deinem Willen richten)
    1. sich in einer bestimmten Verfassung, Lage befinden

      Grammatik

      unpersönlich

      Beispiele

      • es geht ihm [gesundheitlich, finanziell] gut, schlecht
      • wie geht es dir?
      • (umgangssprachlich) wie gehts, wie stehts?
    2. sich um etwas handeln

      Grammatik

      unpersönlich

      Beispiele

      • worum geht es hier/in diesem Film? (was ist der Inhalt?)
      • es geht mir darum, ihn zu überzeugen (ich möchte erreichen, dass er sich überzeugen lässt)

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