Zug, der
Wortart: Substantiv, maskulin
Häufigkeit:
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- Zug
- Beispiele:
- Zug um Zug; Dreiuhrzug (mit Ziffer 3-Uhr-Zug [Regel 26]); im Zuge (in Verbindung mit) dieser Entwicklung
Bedeutungen
- das Einwirken auf etwas, um es zu sich hin zu bewegen; gegen die Kräfte des Festhaltens oder des inneren Zusammenhalts wirkende Kraft
- (Brettspiele) das Bewegen, Weiterrücken einer Figur
- Bewegung des kräftigen Durchziehens beim Schwimmen oder Rudern, Schlag
- Durchgang, Kanal, Rohr für die Luft im Ofen oder Kamin
- Linie[nführung] einer Schrift oder Zeichnung; Schriftzug
- typische Linie des Gesichts, Ausdruck
- charakteristische Art, Wesenszug
- (umgangssprachlich) durch Erziehung erreichte Ordnung, Ausrichtung; Disziplin
- spiralig gewundene Vertiefung im Innern des Laufs einer Feuerwaffe
- (selten) lang gestreckte landschaftliche Formation (z. B. Gebirgszug, Höhenzug)
Wussten Sie schon?
Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.Synonyme zu Zug
- Bahn, Eisenbahn
- Gruppe, Heer, Kollektiv, Kolonne, Legion, Menge, Pulk, Rudel, Schar, Schwarm, Treck, Trupp, Truppe; (schweizerisch) Harst; (umgangssprachlich) Geschwader, Korona; (abwertend) Herde, Rotte; (abwertend, scherzhaft) Bande; (umgangssprachlich abwertend) Meute; (emotional abwertend) Horde
- Mundvoll, Schluck; (veraltend) Trunk
- Durchzug, [leichter] Wind, Luftstrom, Luftströmung, Luftzug, Zugluft, Zugwind
- Ausdruck, Gesicht, Gesichtsausdruck, Miene, Mimik
- Charakter, charakteristische Art, Eigenart, Eigenheit, Eigenschaft, Eigentümlichkeit, Kennzeichen, Merkmal, Note, Spezifikum, Wesen, Zeichen; (bildungssprachlich) Charakteristikum
Aussprache
- Betonung:
- Zu̲g
Herkunft
- mittelhochdeutsch, althochdeutsch zuc, zu ↑ziehen und eigentlich = das Ziehen
Grammatik
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | der Zug | die Züge |
| Genitiv | des Zuges, Zugs | der Züge |
| Dativ | dem Zug | den Zügen |
| Akkusativ | den Zug | die Züge |
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
-
-
Lokomotive oder Triebwagen mit den zugehörigen (angekoppelten) Wagen (bei der Eisenbahn, Straßenbahn o. Ä.)

© MEV Verlag, AugsburgHerkunft
- nach gleichbedeutend englisch train, ursprünglich = Gefolge, dann über »in einer Reihe sich bewegende Wagen oder Packtiere« Bedeutungsentwicklung zu »Gruppe, Kolonne (von Fahrzeugen oder Personen)« und »Eisenbahnzug«
Beispiele
- ein überfüllter, leerer, fahrplanmäßiger, verspäteter Zug
- der Zug nach Frankfurt läuft auf Gleis 2 ein
- der Zug hält, fährt gleich ab, kommt voraussichtlich zehn Minuten später an
- dieser Zug hat keinen Anschluss (es fährt kein Anschlusszug in die gewünschte Richtung)
- dieser Zug führt nur Wagen erster, hat nur erste Klasse, einen Speisewagen
- mein Zug geht in einer Stunde
- einen Zug benutzen, verpassen, versäumen, gerade noch erreichen
- Vorsicht bei der Abfahrt des Zuges!
- jemanden an den Zug bringen
- auf den fahrenden Zug aufspringen
- im Zug sitzen
- sich nach den Zügen (dem Fahrplan der Züge) erkundigen
- jemanden vom Zug abholen, zum Zug bringen
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- im falschen Zug sitzen (umgangssprachlich; sich nicht richtig entschieden haben)
- der Zug ist abgefahren (umgangssprachlich; es ist zu spät, man kann nichts mehr ändern)
-
Lastzug

© HenningManninga - Fotolia.com -
Feuerlöschzug

© tommyS - Fotolia.comBeispiel
die Feuerwehr war mit drei Zügen ausgerückt -
Gespann

© Bibliographisches Institut, MannheimBeispiel
ein Zug Ochsen, Schlittenhunde
-
Lokomotive oder Triebwagen mit den zugehörigen (angekoppelten) Wagen (bei der Eisenbahn, Straßenbahn o. Ä.)
-
-
sich fortbewegende Gruppe, Schar, Kolonne

Zug von Demonstranten - © Robert Neumann - Fotolia.comBeispiele
- ein langer Zug von Demonstranten, Trauernden
- endlose Züge von Flüchtlingen
- fröhliche Musikanten schritten dem Zug voran
- sich zu einem Zug formieren
-
das Ziehen, Sichfortbewegen [in einer Gruppe]
Beispiele
- der Zug der Wildgänse nach Norden hat begonnen
- den Zug der Wolken beobachten
- <in übertragener Bedeutung>: im Zuge (Papierdeutsch; im Zusammenhang mit) der neuen Entwicklung
-
sich fortbewegende Gruppe, Schar, Kolonne
-
das Einwirken auf etwas, um es zu sich hin zu bewegen; gegen die Kräfte des Festhaltens oder des inneren Zusammenhalts wirkende Kraft
Beispiele
- ein starker Zug nach unten, nach der Seite
- Zug ausüben
- <in übertragener Bedeutung>: das ist der Zug der Zeit
- <in übertragener Bedeutung>: sie hat einen Zug ins Gemeine
- <in übertragener Bedeutung>: dem Zug des Herzens folgen
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- in etwas ist Zug (umgangssprachlich; in einer Sache ist Schwung)
- gut im Zuge/im besten Zuge mit etwas sein (gut mit etwas vorankommen; arbeitend weiterkommen; wohl ursprünglich bezogen auf das Ziehen der Zugtiere: die Arbeit geht gut voran, wenn das Gespann tüchtig »im Zug« liegt, kräftig zieht)
-
-
Vorrichtung (z. B. Band, Hebel, Griff), mit der ein Zug (3) ausgeübt wird, um etwas auseinander- oder zusammenzuziehen, zu öffnen oder zu schließen o. Ä.
Beispiele
- der Zug am Rollladen, an der Gardine
- der Zug (ausziehbares Mittelteil) der Posaune
-
ausziehbares Fach, Schubfach
Gebrauch
landschaftlich
Beispiel
die Züge im Schreibtisch
-
Vorrichtung (z. B. Band, Hebel, Griff), mit der ein Zug (3) ausgeübt wird, um etwas auseinander- oder zusammenzuziehen, zu öffnen oder zu schließen o. Ä.
-
das Bewegen, Weiterrücken einer Figur

Zug beim Schach - © Helder Almeida - Fotolia.comGebrauch
Brettspiele
Beispiele
- ein kluger, [un]überlegter Zug
- wer hat den ersten Zug?
- Schwarz ist am Zug
- matt in drei Zügen
- <in übertragener Bedeutung>: taktische Züge
- <in übertragener Bedeutung>: jetzt ist die andere Seite am Zug (muss sie handeln, etwas unternehmen)
- <in übertragener Bedeutung>: etwas Zug um Zug (eins nach dem andern ohne Unterbrechung) erledigen
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
zum Zug kommen (entscheidend aktiv werden können, die Möglichkeit zum Handeln bekommen: er ist bei seiner Freundin, bei dieser Sache wieder nicht zum Zuge gekommen) -
-
Schluck
Beispiele
- einen kräftigen Zug aus der Flasche tun
- einen tiefen Zug nehmen
- er stürzte das Bier in einem Zug hinunter, leerte das Glas auf einen/in einem Zug (ohne abzusetzen)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- einen guten Zug haben (umgangssprachlich; viel auf einmal trinken, ohne abzusetzen)
- in einem Zug (ohne Unterbrechung: er hat den Roman in einem Zug gelesen)
-
das Einziehen von Rauch

Zug eines Mannes an einer Pfeife - © MEV Verlag, AugsburgBeispiele
- ein gieriger, hastiger Zug an der Zigarette
- er tat einige Züge
-
tiefes Atmen, Atemzug
Beispiel
die Luft in tiefen, vollen Zügen einziehenWendungen, Redensarten, Sprichwörter
- etwas in vollen Zügen genießen (etwas voll und ganz genießen, auskosten)
- in den letzten Zügen liegen (umgangssprachlich; im Sterben liegen; eigentlich = die letzten Atemzüge tun)
-
Schluck
-
Bewegung des kräftigen Durchziehens beim Schwimmen oder Rudern, Schlag
Beispiel
in langen Zügen rudern -
-
als unangenehm empfundener Luftzug
Grammatik
- ohne Plural
Beispiele
- hier herrscht [ein] ständiger Zug
- keinen Zug vertragen
- die Fenster müssen gegen Zug abgedichtet werden
- im Zug (an einer Stelle, an der es zieht) sitzen
-
nach außen, zum Schornstein führender Luftzug im Ofen
Grammatik
- ohne Plural
Beispiele
- der Ofen hat [keinen] guten Zug
- bei zu viel Zug brennt das Feuer schnell herunter
-
als unangenehm empfundener Luftzug
-
Durchgang, Kanal, Rohr für die Luft im Ofen oder Kamin
Beispiel
der Zug ist nicht richtig abgedichtet -
Linie[nführung] einer Schrift oder Zeichnung; Schriftzug
Beispiel
die Züge der Schrift können etwas über den Charakter des Schreibers aussagenWendungen, Redensarten, Sprichwörter
in großen, groben Zügen (nur in Umrissen, skizzenhaft, ohne auf Einzelheiten einzugehen: etwas in großen Zügen darstellen; das ist in groben Zügen die Vorgeschichte) -
typische Linie des Gesichts, Ausdruck
Beispiele
- sympathische, jungenhafte, scharfe, fein geschnittene, brutale Züge
- in seinem Gesicht lag ein Zug von Strenge
- er hat einen energischen Zug um den Mund
- <in übertragener Bedeutung>: diese Stadt trägt noch dörfliche Züge
-
charakteristische Art, Wesenszug
Beispiele
- ein eigenartiger, charakteristischer Zug an ihm
- das war kein schöner Zug von dir (das war nicht nett)
- das Werk hat romantische Züge
-
durch Erziehung erreichte Ordnung, Ausrichtung; Disziplin
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiele
- militärischer Zug
- der Trainer hat Zug in die Mannschaft gebracht
-
-
unter dem Kommando eines Zugführers stehende kleinste militärische Abteilung
Beispiel
ein Zug Infanterie -
durch fachliche Merkmale gekennzeichnete Abteilung, Fachrichtung
Beispiel
der altsprachliche, neusprachliche, mathematisch-naturwissenschaftliche, musische Zug eines Gymnasiums
-
unter dem Kommando eines Zugführers stehende kleinste militärische Abteilung
-
spiralig gewundene Vertiefung im Innern des Laufs einer Feuerwaffe
Beispiel
die Züge eines Gewehres, Geschützrohrs -
lang gestreckte landschaftliche Formation (z. B. Gebirgszug, Höhenzug)

Ein Höhenzug - © steffenw - Fotolia.comGebrauch
selten
Beispiel
die Züge des Odenwaldes









