Tag, der
Wortart: Substantiv, maskulin
Häufigkeit:
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- Tag
Großschreibung:
- Tag und Nacht, Tag für Tag
- den ganzen Tag
- am, bei Tage
- in acht Tagen; vor vierzehn Tagen
- eines [schönen] Tag[e]s
- im Laufe des heutigen Tag[e]s
- über Tag, unter Tage (Bergmannssprache)
Kleinschreibung [Regel 70]:
- tags; tags darauf, tags zuvor
- tagsüber; tagaus, tagein; tagtäglich
- heutigentags; heutzutage
- tagelang
Groß- oder Kleinschreibung:
- unter Tags, österreichisch, schweizerisch untertags (den Tag über)
- wir wollen nur Guten oder guten Tag sagen
- zutage oder zu Tage bringen, fördern, kommen, treten
Wussten Sie schon?
Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.Aussprache
- Betonung:
- Ta̲g
Herkunft
- mittelhochdeutsch tac, althochdeutsch tag, wahrscheinlich zu einem Verb mit der Bedeutung »brennen« und eigentlich = (Tages)zeit, wo die Sonne brennt
Grammatik
- der Tag; Genitiv: des Tag[e]s, Plural: die Tage
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
-
Zeitraum etwa zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, zwischen Beginn der Morgendämmerung und Einbruch der Dunkelheit
Beispiele
- ein trüber, regnerischer, hochsommerlicher Tag
- die Tage werden kürzer, länger, nehmen ab
- der Tag bricht an, graut, erwacht (gehoben; die Morgendämmerung tritt ein)
- der Tag neigt sich, sinkt (gehoben; die Abenddämmerung tritt ein)
- es wird, ist Tag
- wir müssen fertig werden, solange es noch Tag (hell) ist
- Tag und Nacht (ständig)
- ein Unterschied wie Tag und Nacht (ein krasser Unterschied)
- des Tages (gehoben; tags 1)
- am Tage
- bei Tag[e] (bei Tageslicht) sieht der Stoff ganz anders aus
- wir kamen noch bei Tag nach Hause
- bis in den Tag hinein schlafen
- [drei Stunden] vor Tag (gehoben; vor Tagesanbruch)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- Guten/guten Tag/(umgangssprachlich:) Tag (Grußformel: [zu] jemandem Guten/guten Tag sagen; jemandem einen guten Tag wünschen)
- [bei] jemandem Guten/guten Tag sagen (umgangssprachlich; bei jemandem einen kurzen Besuch machen)
- etwas an den Tag legen (überraschend erkennen lassen, zeigen: er legte einen verdächtigen Eifer an den Tag)
- etwas an den Tag bringen/ziehen (aufdecken, enthüllen)
- an den Tag kommen (bekannt werden, sich herausstellen)
- bei Tage besehen (genauer betrachtet)
- unter Tags (während des Tages, tagsüber)
- über, unter Tag[e] (Bergmannssprache; über, unter der Erdoberfläche: über Tage arbeiten)
- zu Tage (vgl. zutage)
- es ist noch nicht aller Tage Abend (es kann sich noch vielerlei ändern)
- jetzt wird's Tag! (jetzt verstehe ich!)
- man soll den Tag nicht vor dem Abend loben (man soll erst den Ausgang von etwas abwarten, bevor man [positiv] urteilt, sich zu früh freut)
-
-
Zeitraum von Mitternacht bis Mitternacht, Zeitraum von 24 Stunden, in dem sich die Erde einmal ganz um ihre Achse dreht
Beispiele
- ein schöner, ereignisreicher Tag
- der neue Tag
- ein halber Tag
- ein freier (arbeitsfreier) Tag
- ein schwarzer Tag (Unglückstag)
- heute war ein rabenschwarzer Tag für sie
- die sieben Tage der Woche
- der Tag hat 24 Stunden
- der Tag jährt sich heute zum zweiten Mal
- heute ist sein [großer] Tag (ein bedeutender Tag für ihn)
- Tag und Stunde (Datum und Uhrzeit) des Treffens stehen fest
- welchen Tag (welches Datum) haben wir heute?
- sie hat heute ihren/einen guten, schlechten Tag (sie ist heute gut, schlecht gestimmt)
- sich ein paar schöne Tage machen (sich ein paar Tage lang etwas gönnen)
- er faulenzt den lieben langen Tag (während des ganzen Tages)
- ich erwarte die Sendung jeden Tag (sie muss bald kommen)
- alle drei Tage
- dreimal am Tag (dreimal täglich)
- der Brief muss, kann jeden Tag (in Kürze) ankommen
- auf den Tag [genau]
- früh, spät am Tag[e]
- Tag für Tag (täglich)
- in den Tag hinein reden (viel Unüberlegtes reden)
- am Tag vorher
- auf/für ein paar Tage verreisen
- in den nächsten Tagen
- den Tag über, über Tag (tagsüber)
- in guten und bösen Tagen zusammenhalten
- einen Tag um den anderen (jeden zweiten Tag)
- es ging von Tag zu Tag (stetig) aufwärts
- heute in, vor drei Tagen
- von einem Tag auf den anderen (plötzlich)
- jemanden von einem Tag auf den andern (fortlaufend) vertrösten
- <in übertragener Bedeutung>: tun, was der Tag (die tägliche Pflicht) fordert
- <in übertragener Bedeutung>: jemandem den Tag (die Zeit) stehlen
- <in übertragener Bedeutung>: sich <Dativ> einen guten, faulen Tag machen (umgangssprachlich; es sich gut gehen lassen, faulenzen)
- <in übertragener Bedeutung>: keinen guten Tag bei jemandem haben (gehoben; es nicht gut bei jemandem haben)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- der Jüngste Tag (Religion; der Tag des Jüngsten Gerichts; eigentlich = allerletzter Tag)
- acht Tage (eine Woche)
- der Tag des Herrn (gehoben veraltend; der Sonntag)
- Tag der offenen Tür (Tag, an dem Betriebe, Verwaltungsstellen usw. von Außenstehenden besichtigt werden können)
- viel reden, wenn der Tag lang ist (umgangssprachlich; [viele] Dinge sagen, die man nicht ernst nehmen muss, auf die kein Verlass ist)
- der Tag X (noch unbestimmter Tag, an dem etwas Entscheidendes geschehen wird, durchgeführt werden soll)
- eines Tages (an irgendeinem Tage, irgendwann einmal)
- eines schönen Tages (irgendwann einmal)
- dieser Tage (1. in den nächsten Tagen. 2. in den letzten Tagen, neulich.)
- auf meine, deine usw. alten Tage (in meinem, deinem usw. Alter noch)
- in den Tag hinein leben (sorglos dahinleben)
- morgen ist auch noch ein Tag (es hat noch Zeit, hat keine Eile)
- heute ist nicht mein Tag! (heute geht alles schief, klappt nichts!)
-
Ehren-, Gedenktag
Beispiele
- Tag des Kindes, der Briefmarke
- Tag der Deutschen Einheit (deutscher Nationalfeiertag: seit 1990 am 3. Oktober)
- Tag der Republik (Nationalfeiertag der DDR; am 7. Oktober)
-
Zeit, die jemand durchlebt, erlebt
Grammatik
- Pluraletantum
Gebrauch
gehoben
Beispiele
- die Tage der Jugend
- es kommen auch wieder bessere Tage (Zeiten)
- er hat schon bessere Tage gesehen (früher ging es ihm besser)
- seine Tage (sein Leben) in Muße verbringen
- seine Tage beschließen (gehoben; sterben)
- Erinnerungen aus fernen Tagen (aus ferner Vergangenheit)
- noch bis in unsere Tage (bis in unsere Gegenwart)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- jemandes Tage sind gezählt (jemand wird nicht mehr lange leben)
- jemandes Tage als etwas/irgendwo sind gezählt (jemand wird etwas/irgendwo nicht mehr lange sein, bleiben können: seine Tage als Kanzler, in der Firma sind gezählt)
- die Tage von etwas sind gezählt (etwas wird nicht mehr lange andauern, existieren)
-
[Tage der] Menstruation
Grammatik
- Pluraletantum
Gebrauch
umgangssprachlich verhüllend
Beispiel
sie hat ihre Tage
-
Zeitraum von Mitternacht bis Mitternacht, Zeitraum von 24 Stunden, in dem sich die Erde einmal ganz um ihre Achse dreht

