Spiel, das
Wortart: Substantiv, Neutrum
Bedeutungsübersicht
- Tätigkeit, die ohne bewussten Zweck zum Vergnügen, zur Entspannung, aus Freude an ihr selbst und an ihrem Resultat ausgeübt wird; das Spielen
- Spiel, das nach festgelegten Regeln durchgeführt wird; Gesellschaftsspiel
- Spiel, bei dem der Erfolg vorwiegend vom Zufall abhängt und bei dem um Geld gespielt wird; Glücksspiel
- nach bestimmten Regeln erfolgender sportlicher Wettkampf, bei dem zwei Parteien um den Sieg kämpfen
- Spiel, für dessen Zielerreichung ein Gewinn ausgelobt ist
- Art zu spielen; Spielweise
- einzelner Abschnitt eines längeren Spiels (beim Kartenspiel, Billard o. Ä., beim Tennis)
- [einfaches] Bühnenstück, Schauspiel
- (schweizerisch) [Militär]musikkapelle, Spielmannszug
- Handlungsweise, die etwas, was Ernst erfordert, leichtnimmt; das Spielen
- Bewegungsfreiheit von zwei ineinandergreifenden oder nebeneinanderliegenden [Maschinen]teilen; Spielraum
- (Jägersprache) Schwanz des Birkhahns, Fasans, Auerhahns
- in »das Spiel hat sich gewendet« und anderen Wendungen, Redensarten oder Sprichwörtern
Wussten Sie schon?
Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.Synonyme zu Spiel
- Gesellschaftsspiel
- Glücksspiel, Hasardspiel; (veraltet) Jeu
- Begegnung, Match, Partie, Wettbewerb, Wettkampf; (Sport) Gang, Kampf, Treffen
- Partie, Spielabschnitt; (Badminton, Tennis, Tischtennis, Volleyball) Satz; (Sport) Runde
- Garnitur, Satz, Serie, Set; (Kartenspiel) Farbe, Sequenz
- Aktion, Aufführung, Auftreten, Darstellung, Gestaltung, Performance, Schau[stellung], Show, Verkörperung, Vorführung, Vorstellung, Wiedergabe; (gehoben) Darbietung; (bildungssprachlich) Interpretation; (Theater) Auftritt
- Bühnendichtung, Bühnenstück, Bühnenwerk, Drama, dramatisches Werk, Schauspiel, Stück, Theaterstück
- Scherz, Spaß, Spielerei
- Auslauf, Bewegungsfreiheit, Bewegungsraum, Ellbogenfreiheit, Flucht, Spielraum; (umgangssprachlich) Luft
Herkunft
- mittelhochdeutsch, althochdeutsch spil, eigentlich wohl = Tanz(bewegung), Herkunft ungeklärt
Grammatik
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | das Spiel | die Spiele |
| Genitiv | des Spieles, Spiels | der Spiele |
| Dativ | dem Spiel | den Spielen |
| Akkusativ | das Spiel | die Spiele |
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
- Tätigkeit, die ohne bewussten Zweck zum Vergnügen, zur Entspannung, aus Freude an ihr selbst und an ihrem Resultat ausgeübt wird; das Spielen (1a)
Spiel eines Kindes - © I. Mühlhaus, MünchenBeispiele
- sie sah dem Spiel der Kinder, der Kätzchen zu
- das Kind war ganz in sein Spiel [mit den Puppen, den Bauklötzen] vertieft
- das schafft sie wie im Spiel (mühelos)
- seine Eltern sind weg, jetzt hat er freies Spiel (kann er tun, was er will)
- Spiel (1a), das nach festgelegten Regeln durchgeführt wird; Gesellschaftsspiel
Mann und Frau bei einem Spiel - © MEV Verlag, AugsburgBeispiele
- ein unterhaltsames, lehrreiches, pädagogisch wertvolles, langweiliges Spiel
- Spiele für Erwachsene und Kinder
- das königliche Spiel (Schach)
- ein Spiel machen, spielen, gewinnen, verlieren, abbrechen, aufgeben
- dieses Spiel hast du gemacht (gewonnen)
- es sind noch alle im Spiel (es ist noch keiner ausgeschieden)
- Spiel (1b), bei dem der Erfolg vorwiegend vom Zufall abhängt und bei dem um Geld gespielt wird; Glücksspiel
Roulette als Spiel - © MEV Verlag, AugsburgBeispiele
- ein verbotenes Spiel
- (Roulette) machen Sie Ihr Spiel! (machen Sie Ihren Einsatz!)
- dem Spiel verfallen, ergeben sein
- sein Geld beim, im Spiel verlieren
- <in übertragener Bedeutung>: ein offenes, ehrliches Spiel
- <in übertragener Bedeutung>: Spionage ist ein riskantes, gefährliches Spiel
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- das Spiel ist aus (die Sache ist verloren, vorbei)
- Pech im Spiel, Glück in der Liebe
- nach bestimmten Regeln erfolgender sportlicher Wettkampf, bei dem zwei Parteien um den Sieg kämpfen
Spiel auf dem Eis - © Adler Mannheim/ArchivBeispiele
- ein faires, spannendes, hartes, schönes Spiel
- das Spiel steht, endete 2 : 0, [1 : 1] unentschieden
- die Spiele der Bundesliga
- ein Spiel anpfeifen, abbrechen, wiederholen, verschieben, austragen
- (Sport) das Spiel machen (das Spiel bestimmen)
- einen Spieler aus dem Spiel nehmen, ins Spiel nehmen
- Spiel (1b), für dessen Zielerreichung ein Gewinn ausgelobt ist
- Tätigkeit, die ohne bewussten Zweck zum Vergnügen, zur Entspannung, aus Freude an ihr selbst und an ihrem Resultat ausgeübt wird; das Spielen (1a)
- Art zu spielen (3b); Spielweise
Golfer beim langen Spiel - © MEV Verlag, AugsburgGrammatik
- ohne Plural
Beispiele
- ein defensives, offensives Spiel bevorzugen
- dem Gegner das eigene Spiel aufzwingen
- (Golf) kurzes, langes Spiel (das Schlagen kurzer, langer Bälle)
- einzelner Abschnitt eines längeren Spiels (1b) (beim Kartenspiel, Billard o. Ä., beim Tennis)
Beispiele
- wollen wir noch ein Spiel machen?
- bis jetzt hat jeder zwei Spiele gewonnen
- die ersten beiden Spiele des ersten Satzes
- Anzahl zusammengehörender, zum Spielen (besonders von Gesellschaftsspielen) bestimmter Gegenstände
Beispiele
- das Spiel ist nicht mehr vollständig
- ein Spiel aufstellen, aufbauen
- ein neues Spiel [Karten] kaufen
- was habt ihr denn für Spiele?
- Satz (6)
Gebrauch
Fachsprache
Beispiele
- ein Spiel Stricknadeln (fünf gleiche Stricknadeln, z. B. zum Stricken von Strümpfen)
- ein Spiel Saiten
- Anzahl zusammengehörender, zum Spielen (besonders von Gesellschaftsspielen) bestimmter Gegenstände
- künstlerische Darbietung, Gestaltung einer Rolle durch einen Schauspieler; das Spielen (6a)
Grammatik
- ohne Plural
Beispiel
das gute, schlechte, natürliche, überzeugende Spiel des Hauptdarstellers - Darbietung, Interpretation eines Musikstücks; das Spielen (5a)
Grammatik
- ohne Plural
Beispiele
- das gekonnte, temperamentvolle, brillante Spiel des Pianisten
- dem Spiel der Geigerin lauschen
- künstlerische Darbietung, Gestaltung einer Rolle durch einen Schauspieler; das Spielen (6a)
- [einfaches] Bühnenstück, Schauspiel
Beispiele
- die geistlichen Spiele des Mittelalters
- (Literaturwissenschaft) ein Spiel im Spiel (in ein Bühnenwerk in Form einer Theateraufführung eingefügte dramatische Handlung oder Szene)
- [Militär]musikkapelle, Spielmannszug
Gebrauch
schweizerisch
Beispiel
das Spiel der 3. Division zog auf - das Spielen (10a)
Grammatik
- ohne Plural
Beispiele
- das Spiel der Wellen, ihrer Hände, seiner Augen, der Muskeln
- <in übertragener Bedeutung>: das Spiel der Gedanken, der Fantasie
- <in übertragener Bedeutung>: das freie Spiel der Kräfte
- das Spielen (10b)
Grammatik
- ohne Plural
Gebrauch
seltener
- das Spielen (10a)
- Handlungsweise, die etwas, was Ernst erfordert, leichtnimmt; das Spielen (9)
Beispiele
- das Spiel mit der Liebe
- ein abgekartetes Spiel
- das war ein Spiel mit dem Leben (war lebensgefährlich)
- ein falsches/doppeltes Spiel (eine unehrliche Vorgehensweise)
- das Spiel zu weit treiben (in einer Sache zu weit gehen)
- [s]ein Spiel mit jemandem/etwas treiben (mit jemandem, etwas leichtfertig umgehen)
- aus dem Spiel wurde bitterer Ernst
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
genug des grausamen Spiels! (scherzhaft; hören wir auf damit!; nach Schillers Gedicht »Der Taucher«, wo es heißt: »Lasst, Vater, genug sein das grausame Spiel!«) - Bewegungsfreiheit von zwei ineinandergreifenden oder nebeneinanderliegenden [Maschinen]teilen; Spielraum
Beispiel
die Lenkung hat zu viel Spiel - Schwanz des Birkhahns, Fasans, Auerhahns
Gebrauch
Jägersprache
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- das Spiel hat sich gewendet (Blatt 4a)
- ein Spiel mit dem Feuer (1. gewagtes, gefährliches Tun. 2. unverbindliches Flirten, Kokettieren.)
- bei jemandem gewonnenes Spiel haben (schon im Voraus wissen, dass man bei jemandem keine Schwierigkeiten im Hinblick auf die Verfolgung seines Zieles haben wird)
- [mit jemandem, etwas] ein leichtes Spiel haben (mit jemandem, etwas leicht fertigwerden)
- das Spiel verloren geben (eine Sache als aussichtslos aufgeben)
- auf dem Spiel stehen (in Gefahr sein, verloren zu gehen, Schaden zu nehmen o. Ä.: bei dieser Operation steht sein Leben auf dem Spiel)
- etwas aufs Spiel setzen (etwas [leichtfertig] riskieren, in Gefahr bringen: seinen guten Ruf aufs Spiel setzen)
- jemanden, etwas aus dem Spiel lassen (jemanden, etwas nicht in eine Angelegenheit o. Ä. hineinziehen: lass meine Mutter [dabei] bitte aus dem Spiel!)
- aus dem Spiel bleiben (nicht einbezogen, nicht berücksichtigt werden)
- [mit] im Spiel sein (mitwirken)
- jemanden, etwas ins Spiel bringen (jemanden, etwas [in etwas] mit einbeziehen)
- ins Spiel kommen (wirksam werden)
