Rolle, die
Wortart: Substantiv, feminin
Wussten Sie schon?
Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.Synonyme zu Rolle
- Spule, Walze, Wickel
- Kugel, Rad, Röllchen, Scheibe; (Technik) Laufrolle
- Bügelmaschine, [Wäsche]mangel; (süddeutsch, schweizerisch) Mange; (landschaftlich, österreichisch) Wäscherolle
- Überschlag; (umgangssprachlich) Purzelbaum; (landschaftlich) Kobolz, Koppheisterschießen, Purzelbock; (Sport) Salto
- [Bühnen]gestalt, Figur, Partie, Person, Rollentext; (Theater) Charge
- Amt, Aufgabe, Auftrag, Bestimmung, Funktion, Pflicht, Platz, Position, Rang, Stelle, Stellung, Verhaltensmuster, Verhaltensweise, Verpflichtung; (bildungssprachlich) Destination, Mission
Herkunft
- mittelhochdeutsch rolle, rulle, ursprünglich = kleines Rad, kleine Scheibe oder Walze (in der Kanzleisprache = zusammengerolltes Schriftstück) < altfranzösisch ro(l)le (= französisch rôle) = Rolle, Liste, Register < (spät)lateinisch rotulus, rotula = Rädchen; Rolle, Walze, Verkleinerungsform von: rota = Rad, Scheibe
Grammatik
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | die Rolle | die Rollen |
| Genitiv | der Rolle | der Rollen |
| Dativ | der Rolle | den Rollen |
| Akkusativ | die Rolle | die Rollen |
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
- etwas Walzenförmiges, zu einer Walze (länglich mit rundem Querschnitt) Zusammengerolltes oder -gewickeltes
Mehrere Rollen Garn - © CORBIS/Royalty-FreeBeispiele
- eine Rolle Toilettenpapier, Raufasertapete, Garn, Drops
- eine Rolle verzinkter Draht/(gehoben:) verzinkten Drahtes
- das Geld wird in Rollen verpackt
- den Faden von der Rolle abspulen
- Kugel, Walze, Rad, [mit einer Rille versehene] Scheibe, worauf etwas rollt oder gleitet
Flaschenzug mit Rollen - © Bibliographisches Institut, MannheimBeispiele
- ein Fernsehtisch, Teewagen auf Rollen
- das Seil des Flaschenzugs läuft über Rollen
- etwas Walzenförmiges, zu einer Walze (länglich mit rundem Querschnitt) Zusammengerolltes oder -gewickeltes
- Mangel
Gebrauch
landschaftlich
Beispiel
die Wäsche in die, zur Rolle geben - Übung (am Boden, Barren, Schwebebalken o. Ä.), bei der der Körper vor- oder rückwärts um die eigene Querachse gedreht wird
Gebrauch
Turnen
Beispiel
eine Rolle [vorwärts, rückwärts] machen, ausführen - Figur, bei der sich das Flugzeug um seine Längsachse dreht
Gebrauch
Kunstfliegen
Beispiel
eine Rolle fliegen
- Übung (am Boden, Barren, Schwebebalken o. Ä.), bei der der Körper vor- oder rückwärts um die eigene Querachse gedreht wird
- leicht drehbare, hinten am Motorrad des Schrittmachers an einem Gestell befestigte Walze, die dem Radfahrer dichtes Mitfahren im Windschatten ermöglicht
Gebrauch
Radsport
Beispiel
an der Rolle fahrenWendungen, Redensarten, Sprichwörter
- von der Rolle sein, kommen (umgangssprachlich; nicht mehr mithalten können, den Anschluss verlieren)
- jemanden von der Rolle bringen (umgangssprachlich; dafür sorgen, dass jemand nicht mehr mithalten kann)
- von einem Schauspieler zu verkörpernde Gestalt
Herkunft
- nach dem ursprünglich auf Schriftrollen aufgezeichneten Probentext
Beispiele
- eine wichtige, tragende, unbedeutende, kleine Rolle
- die Rolle der Julia ist ihr auf den Leib geschrieben
- diese Rolle ist falsch besetzt worden
- er hat in dem Film eine Rolle als Detektiv
- seine Rolle gut, schlecht spielen
- sie hat ihre Rolle (den Rollentext) schlecht gelernt
- ein Stück mit verteilten Rollen lesen
- <in übertragener Bedeutung>: wir begnügen uns mit der Rolle des Zuschauers
- Stellung, [erwartetes] Verhalten innerhalb der Gesellschaft
Beispiele
- anerzogene Rollen
- die soziale Rolle
- die Rolle der Frau in Vergangenheit und Gegenwart
- die führende Rolle der Partei
- die Rollen in der Gesellschaft vertauschen
- er fühlte sich seiner Rolle als Vermittler nicht mehr gewachsen
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- [gern] eine Rolle spielen mögen/wollen (großes Geltungsbedürfnis haben)
- bei etwas eine Rolle spielen (an einer Sache in bestimmter Weise teilhaben, mitwirken)
- [k]eine Rolle [für jemanden, etwas/bei jemandem, einer Sache] spielen ([nicht] wichtig, [un]wesentlich [für jemanden, etwas] sein: das spielt doch keine Rolle!; die größte Rolle spielt für ihn, was die anderen dazu sagen; Geld spielt [bei ihr, dabei] keine Rolle)
- seine Rolle ausgespielt haben (seine Stellung, sein Ansehen verlieren)
- aus der Rolle fallen (sich unpassend, ungehörig benehmen; vor anderen etwas sagen oder tun, was Missfallen erregt, weil es nicht dem erwarteten Verhalten entspricht; ursprünglich von einem Schauspieler, der die entsprechende Stelle in seiner Textrolle nicht findet)
- sich in seine Rolle finden (gehoben; sich mit seiner Lage und Stellung abfinden, mit den gegebenen Verhältnissen fertigwerden)
- sich in seiner Rolle gefallen (gehoben; sich auf seine Stellung und seinen Einfluss etwas einbilden)
- sich in jemandes Rolle versetzen [können] (sich in jemandes Lage hineindenken [können])
- von einem Schauspieler zu verkörpernde Gestalt
