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Kind

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Kind, das

Wortart: Substantiv, Neutrum

Häufigkeit: 

Rechtschreibung

Worttrennung:
Kind
Beispiele:
an Kindes statt; von Kind auf; sich bei jemandem lieb Kind machen (einschmeicheln)

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.

Synonyme zu Kind

Aussprache

Betonung:
Kịnd

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Herkunft

mittelhochdeutsch kint, althochdeutsch kind, eigentlich = Gezeugtes, Geborenes, substantiviertes 2. Partizip eines Verbstammes mit der Bedeutung »gebären, erzeugen«

Grammatik

  Singular Plural
Nominativ das Kind die Kinder
Genitiv des Kindes, Kinds der Kinder
Dativ dem Kind den Kindern
Akkusativ das Kind die Kinder

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. noch nicht geborenes, gerade oder vor noch nicht langer Zeit zur Welt gekommenes menschliches Lebewesen; Neugeborenes, Baby, Kleinkind
      © MEV Verlag, Augsburg
      © MEV Verlag, Augsburg

      Beispiele

      • ein gesundes, kräftiges, neugeborenes, tot geborenes, ungewolltes, unerwünschtes, lang ersehntes Kind
      • das Kind im Mutterleib
      • ein Kind wird geboren, kommt zur Welt
      • das Kind ist ein Mädchen, ein Junge
      • ein Kind [von jemandem] haben wollen
      • wie soll das Kind heißen?
      • ein Kind zeugen, erwarten, zur Welt bringen, austragen, abtreiben
      • sie bekommt, kriegt gerade ihr Kind
      • sie bekommt, kriegt ein Kind (ist schwanger)
      • das Kind füttern, stillen, trockenlegen, wickeln
      • sie wurde von einem gesunden Kind entbunden
      • er ist der Vater ihres Kindes

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • ein tot geborenes Kind sein (umgangssprachlich; von Anfang an, schon bei seiner Entstehung zum Scheitern, Misslingen verurteilt sein; aussichtslos sein: dieses Unternehmen war ein tot geborenes Kind)
      • unschuldig wie ein neugeborenes Kind sein (völlig, ganz und gar unschuldig sein)
      • jemandem ein Kind machen/andrehen (umgangssprachlich; eine Frau schwängern)
      • jemandem ein Kind in den Bauch reden (umgangssprachlich; jemandem etwas einreden, ihn mit großer Überredungskunst von etwas ganz Unwahrscheinlichem überzeugen wollen)
      • ein Kind unter dem Herzen tragen (gehoben; schwanger sein)
      • das Kind mit dem Bade ausschütten (übereilt, im Übereifer das Gute mit dem Schlechten verwerfen)
      • das Kind muss [doch] einen Namen haben (für die Sache muss eine Rechtfertigung, ein Vorwand gefunden werden)
      • wir werden das Kind schon [richtig] schaukeln (umgangssprachlich; wir werden die Sache schon in Ordnung bringen, bewältigen)
    2. Mensch, der sich noch im Lebensabschnitt der Kindheit befindet (etwa bis zum Eintritt der Geschlechtsreife), noch kein Jugendlicher ist; noch nicht erwachsener Mensch
      Kind mit Schlitten - © MEV Verlag, Augsburg
      Kind mit Schlitten - © MEV Verlag, Augsburg

      Beispiele

      • ein kleines, elfjähriges, halbwüchsiges Kind
      • ein minderjähriges, unmündiges Kind
      • ein aufgewecktes, begabtes, frühreifes, verwöhntes, verzogenes, schwieriges, zurückgebliebenes Kind
      • Kinder bis zu 12 Jahren/bis 12 Jahre
      • ein Kind von vier Jahren
      • die Kinder spielen, toben, gehen zur Schule
      • die Kinder wachsen heran, sind groß geworden
      • als wir noch Kinder waren
      • sie ist kein Kind mehr (ist erwachsen)
      • das weiß, kann doch jedes Kind (ist doch ganz einfach, kann doch jeder)
      • Namen, die hier jedes Kind kennt (die so allgemein bekannt sind, dass jeder sie kennt)
      • er ist ein großes Kind (hat ein kindliches Gemüt, die Naivität eines Kindes)
      • sie war schon als Kind sehr still
      • sie freute sich wie ein Kind
      • ein Kind großziehen, ernähren
      • das Kind an die Hand nehmen
      • er behandelt sie wie ein [kleines] Kind (bevormundet sie)
      • den Kindern etwas beibringen
      • die Erzieherin ist bei ihren Kindern (ihren Schützlingen) sehr beliebt
      • für Kinder und Erwachsene
      • er kennt sie von Kind an/von Kind auf (seit ihrer Kindheit)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • das Kind im Manne (meist scherzhaft; die Freude am Spiel, der Spieltrieb beim Mann; nach einer Stelle in dem Werk »Also sprach Zarathustra« des deutschen Philosophen Fr. Nietzsche, 1844–1900)
      • Kind[er] und Kindeskinder (die gesamte Nachkommenschaft)
      • bei jemandem lieb Kind sein (umgangssprachlich; bei jemandem in gutem Ansehen stehen [und dadurch Vorteile haben])
      • sich bei jemandem lieb Kind machen (umgangssprachlich; sich bei jemandem einschmeicheln)
      • das Kind beim [rechten] Namen nennen (umgangssprachlich; etwas ganz offen, deutlich aussprechen)
      • mit Kind und Kegel (mit der gesamten Familie; mittelhochdeutsch kegel, kekel = uneheliches Kind, wohl identisch mit kegel = Knüppel, Stock, Kegel)
      • wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist [deckt man ihn zu] (erst wenn es zu spät ist [wird etwas unternommen])
      • du bist als Kind [wohl] zu heiß gebadet worden (du bist nicht recht gescheit)
      • wie sag ichs meinem Kinde (wie bringe ich einer bestimmten Person das am geschicktesten bei)
      • das ist nichts für kleine Kinder (umgangssprachlich; das geht dich nichts an, ist nichts für dich)
      • Kinder und Narren sagen die Wahrheit
      • [ein] gebranntes Kind scheut das Feuer
  1. von jemandem leiblich abstammende Person; unmittelbarer Nachkomme
    Eltern mit ihrem Kind - © MEV Verlag, Augsburg
    Eltern mit ihrem Kind - © MEV Verlag, Augsburg

    Beispiele

    • ein eheliches, uneheliches, eigenes, leibliches Kind
    • ihr erstes, zweites Kind
    • das gemeinsame Kind
    • sie ist einfacher Leute Kind
    • wenn die Kinder aus dem Haus sind
    • sie ist das einzige Kind [ihrer Eltern]
    • sie waren drei Kinder zu Hause
    • wir haben drei Kinder
    • sie wollen sich keine Kinder, nur ein Kind anschaffen
    • willst du wirklich Kinder in die Welt setzen?
    • er hat für seine Kinder gesorgt
    • <in übertragener Bedeutung>: wir sind alle Kinder Gottes
    • <in übertragener Bedeutung>: er ist ein Kind des 19. Jahrhunderts (ist von dieser Zeit geprägt)
    • <in übertragener Bedeutung>: (gehoben) ein Kind des Todes (ein äußerst gefährdeter, dem Tode naher, geweihter Mensch)
    • <in übertragener Bedeutung>: sie ist ein [echtes] Berliner Kind (sie stammt aus Berlin, ist eine richtige Berlinerin)

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    • Kind der Liebe (gehoben veraltend, verhüllend; uneheliches Kind)
    • kein Kind von Traurigkeit sein (umgangssprachlich; ein lebenslustiger Mensch sein)
    • jemandes liebstes Kind sein (jemandes besondere Vorliebe genießen, von jemandem bevorzugt werden)
    • jemanden an Kindes statt annehmen (adoptieren 1)
    • Kinder können nichts für ihre Eltern
    • kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder, große Sorgen
    1. Anrede an eine [jüngere] weibliche Person

      Grammatik

      ohne Plural

      Gebrauch

      familiär

      Beispiele

      • mein Kind, besuche mich bald wieder
      • das, liebes Kind, ist nicht wahr
    2. Anrede an mehrere Personen

      Grammatik

      Pluraletantum

      Gebrauch

      familiär

      Beispiel

      Kinder, hört mal alle her!

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