Galerie, die
Wortart: Substantiv, feminin
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- Ga|le|rie
Das Substantiv Galerie wird trotz kurz gesprochenem a dem französischen Vorbild galerie folgend mit nur einem l geschrieben.
Bedeutungsübersicht
- (Architektur) mit Fenstern, Arkaden u. Ä. versehener Gang als Laufgang an der Fassade einer romanischen oder gotischen Kirche
- (Architektur) umlaufender Gang, der auf der Innenhofseite um das Obergeschoss eines Schlosses o. Ä. geführt ist
- (Architektur) außen an Bauernhäusern angebrachter balkonartiger Umgang
- (Architektur) mehrere Räume verbindender Gang oder großer, lang gestreckter, für Festlichkeiten oder auch zum Aufhängen oder Aufstellen von Kunstwerken benutzter Raum in Schlössern
- Orientteppich in der Form eines Läufers
- (besonders österreichisch, schweizerisch) Tunnel an einem Berghang mit fensterartigen Öffnungen nach der Talseite
- (Geschichte) mit Schießscharten versehener, bedeckter Gang im Mauerwerk einer Befestigungsanlage
- (Seemannssprache veraltend) um das Heck laufender Rundgang an [alten Segel]schiffen
- (meist scherzhaft) größere Anzahl gleichartiger Dinge, Personen
- (ostösterreichisch veraltend) Unterwelt, Verbrechertum
- glasgedeckte Passage mit Läden
Wussten Sie schon?
Dieses Wort oder diese Verbindung ist rechtschreiblich schwierig (Liste der rechtschreiblich schwierigen Wörter).Synonyme zu Galerie
- Ausstellung, Kunstsammlung, Museum, Salon, Sammlung; (bildungssprachlich) Pinakothek
- Kunsthandlung
- Balkon, Empore, Rang; (umgangssprachlich scherzhaft) Olymp; (landschaftlich scherzhaft) Juchhe
Herkunft
- älter Gallerei < italienisch galleria = langer, gedeckter Säulengang (vgl. gleichbedeutend französisch galerie), wohl < italienisch galilea = Vorhalle, mittellateinisch galilea = Vorhalle einer Kirche
Grammatik
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | die Galerie | die Galerien |
| Genitiv | der Galerie | der Galerien |
| Dativ | der Galerie | den Galerien |
| Akkusativ | die Galerie | die Galerien |
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
- mit Fenstern, Arkaden u. Ä. versehener Gang als Laufgang an der Fassade einer romanischen oder gotischen Kirche
Gebrauch
Architektur
- umlaufender Gang, der auf der Innenhofseite um das Obergeschoss eines Schlosses o. Ä. geführt ist
© mgo/in-effigie.deGebrauch
Architektur
- außen an Bauernhäusern angebrachter balkonartiger Umgang
Bauernhaus mit Galerie - © MEV Verlag, AugsburgGebrauch
Architektur
- mit Fenstern, Arkaden u. Ä. versehener Gang als Laufgang an der Fassade einer romanischen oder gotischen Kirche
- mehrere Räume verbindender Gang oder großer, lang gestreckter, für Festlichkeiten oder auch zum Aufhängen oder Aufstellen von Kunstwerken benutzter Raum in Schlössern
Gebrauch
Architektur
- Kurzform für: Gemäldegalerie (a, b)
Beispiel
die Stadt hat mehrere große Galerien - Kunsthandlung, besonders für Bilder und Plastiken, die auch Ausstellungen veranstaltet
Beispiel
er hat das Bild in einer Galerie gekauft
- Kurzform für: Gemäldegalerie (a, b)
- Empore [in einem Saal, Kirchenraum]
© Stadtverwaltung Tournai - oberster Rang im Theater
© Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Baden-BadenBeispiel
die Galerie war ganz besetzt - auf der Galerie sitzendes Publikum
Gebrauch
veraltend
Beispiel
die Galerie applaudierteWendungen, Redensarten, Sprichwörter
für die Galerie spielen (in effektvoller, übertreibender Weise handeln, sich gebärden, um ein breites Publikum zu beeindrucken, den Beifall der Massen für sich zu gewinnen)
- Empore [in einem Saal, Kirchenraum]
- Orientteppich in der Form eines Läufers
Beispiel
vor der Bücherwand liegt eine Galerie - Tunnel an einem Berghang mit fensterartigen Öffnungen nach der Talseite
Gebrauch
besonders österreichisch, schweizerisch
- mit Schießscharten versehener, bedeckter Gang im Mauerwerk einer Befestigungsanlage
Gebrauch
Geschichte
- um das Heck laufender Rundgang an [alten Segel]schiffen
Gebrauch
Seemannssprache veraltend
- größere Anzahl gleichartiger Dinge, Personen
Gebrauch
meist scherzhaft
Beispiel
sie besitzt eine ganze Galerie schöner Hüte, von Hüten - Unterwelt, Verbrechertum
Herkunft
- eigentlich = Verbrecherkartei; nach den wie in einer Galerie gesammelten Fotografien in der Verbrecherkartei
Gebrauch
ostösterreichisch veraltend
- glasgedeckte Passage mit Läden
© Bibliographisches Institut, Mannheim
