Auge, das
Wortart: Substantiv, Neutrum
Häufigkeit:
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- Au|ge
Wussten Sie schon?
Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.Synonyme zu Auge
- (umgangssprachlich) Gucker; (umgangssprachlich scherzhaft, besonders Jugendsprache) Seher; (Fachsprache) Sehorgan, Sehwerkzeug
- Gefühl, Gespür, Scharfblick, Scharfsicht, Scharfsichtigkeit, Spürsinn; (bildungssprachlich) Sensorium
- Keim, Knospenansatz
Aussprache
- Betonung:
- A̲u̲ge
Herkunft
- mittelhochdeutsch ouge, althochdeutsch ouga, vielleicht eigentlich = Seher
Grammatik
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | das Auge | die Augen |
| Genitiv | des Auges | der Augen |
| Dativ | dem Auge | den Augen |
| Akkusativ | das Auge | die Augen |
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
-
Sehorgan des Menschen und vieler Tiere

© MEV Verlag, AugsburgBeispiele
- blaue, mandelförmige, tief liegende Augen
- die Augen strahlen, glänzen, leuchten, tränen
- die Augen öffnen, aufschlagen, auf jemanden richten
- sich die Augen reiben, verderben
- einem Toten die Augen zudrücken
- ein blaues Auge haben (durch eine Verletzung o. Ä. um das Auge einen Bluterguss haben)
- schlechte, gute Augen haben (schlecht, gut sehen können)
- auf einem Auge blind sein
- jemandem nicht in die Augen sehen können (jemandem gegenüber ein schlechtes Gewissen haben)
- jemandem stehen die Tränen in den Augen (jemand ist dem Weinen nahe)
- etwas mit bloßem, unbewaffnetem, (österreichisch:) freiem Auge (ohne optisches Hilfsmittel) sehen können
- etwas mit eigenen Augen gesehen haben
- ein klares Ziel vor Augen haben
- das Kind verunglückte vor den Augen seiner Mutter
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- das Auge des Gesetzes (scherzhaft; die Polizei)
- so weit das Auge reicht (so weit man sehen kann)
- jemandes Augen brechen (gehoben; jemand stirbt)
- jemandem gehen die Augen auf (jemand durchschaut plötzlich einen Sachverhalt, erkennt Zusammenhänge, die er vorher nicht gesehen hatte)
- jemandem gehen die Augen noch auf (umgangssprachlich; jemand wird noch die bittere Erfahrung machen, dass sich etwas anders verhält, als er glaubte)
- jemandem gehen die Augen über (1. jemand ist durch einen Anblick überwältigt. 2. gehoben; jemand beginnt zu weinen; nach Johannes 11, 35.)
- sehenden Auges (gehoben; leichtsinnig; obwohl man die Gefahr kommen sieht)
- seinen [eigenen] Augen nicht trauen (umgangssprachlich; vor Überraschung etwas nicht fassen können)
- das Auge beleidigen (von einem ästhetischen Gesichtspunkt aus betrachtet sehr unschön, unharmonisch sein)
- ein Auge voll Schlaf nehmen (ein wenig, für ganz kurze Zeit schlafen)
- Augen wie ein Luchs haben (sehr scharf sehen und alles bemerken)
- hinten keine Augen haben (umgangssprachlich; nicht sehen können, was hinter einem vor sich geht)
- seine Augen überall haben (auf alles aufpassen, sich nichts entgehen lassen)
- [große] Augen machen (umgangssprachlich; staunen, sich wundern)
- jemandem [schöne] Augen machen (umgangssprachlich; mit jemandem einen Flirt anfangen)
- die Augen offen haben/halten (achtgeben, aufpassen)
- die Augen schließen/zumachen (verhüllend; sterben)
- die Augen vor etwas verschließen (etwas nicht zur Kenntnis nehmen, nicht wahrhaben wollen)
- sich [nach jemandem, etwas] die Augen aus dem Kopf sehen/schauen (umgangssprachlich; intensiv [vergeblich] suchen oder erwartend Ausschau halten)
- jemandem am liebsten die Augen auskratzen mögen (umgangssprachlich; so wütend sein auf jemanden, dass man ihm am liebsten etwas Böses antäte)
- ein Auge/beide Augen zudrücken (umgangssprachlich; etwas nachsichtig, wohlwollend übersehen)
- ein Auge riskieren (umgangssprachlich; einen verstohlenen Blick auf jemanden, etwas werfen)
- ein Auge auf jemanden, etwas werfen (umgangssprachlich; sich für jemanden, etwas zu interessieren beginnen)
- ein Auge auf jemanden, etwas haben (1. auf jemanden, etwas achtgeben. 2. an jemandem, etwas Gefallen finden.)
- die Augen auf null gestellt haben (salopp; tot sein)
- Augen machen wie ein [ab]gestochenes Kalb (umgangssprachlich; töricht dreinschauen)
- ein Auge für etwas haben (das richtige Verständnis, ein Urteilsvermögen für etwas haben)
- kein Auge zutun (umgangssprachlich; nicht schlafen [können])
- Augen im Kopf haben (umgangssprachlich; etwas durchschauen, beurteilen können)
- keine Augen im Kopf haben (umgangssprachlich; nicht aufpassen)
- nur Augen für jemanden, etwas haben (umgangssprachlich; jemanden, etwas ganz allein beachten)
- jemandem die Augen öffnen (jemanden darüber aufklären, wie unerfreulich etwas in Wirklichkeit ist)
- sich die Augen ausweinen/aus dem Kopf weinen (sehr weinen; aus dem Klagelied Jeremias 2, 11)
- jemandem etwas an den Augen ablesen (die unausgesprochenen Wünsche des anderen von allein erkennen)
- jemandem etwas aufs Auge drücken (salopp; jemandem etwas [Unangenehmes] aufbürden)
- jemanden, etwas nicht aus den Augen lassen (jemanden, etwas scharf beobachten)
- jemanden, etwas aus dem Auge/aus den Augen verlieren (die Verbindung mit jemandem verlieren, etwas nicht weiterverfolgen)
- nicht mehr/kaum noch aus den Augen sehen können (umgangssprachlich; sehr müde, erschöpft, mitgenommen sein)
- geh mir aus den Augen! (geh weg!, lass dich hier nicht mehr blicken!)
- jemandem aus den Augen sehen (jemandes Augen anzusehen sein)
- jemandem, einander Auge in Auge gegenüberstehen (jemandem, einander ganz nahe gegenüberstehen)
- etwas im Auge haben (etwas im Sinn haben, vorhaben)
- jemanden, etwas im Auge behalten (jemanden beobachten, etwas verfolgen)
- in jemandes Augen (nach jemandes Ansicht)
- [jemandem] ins Auge/in die Augen fallen/springen (auffallen)
- jemandem ins Auge/in die Augen stechen (umgangssprachlich; jemandes Wunsch wecken, es zu besitzen)
- jemandem zu tief in die Augen gesehen haben (sich in jemanden verliebt haben)
- etwas ins Auge fassen (sich etwas vornehmen)
- einer Gefahr ins Auge sehen (einer Gefahr mutig entgegentreten)
- ins Auge gehen (umgangssprachlich; schlecht enden, üble Folgen haben)
- in jemandes Augen steigen/sinken (bei jemandem an Ansehen, Achtung gewinnen, verlieren)
- mit einem lachenden und einem weinenden Auge (teils erfreut, teils betrübt; wohl nach Shakespeare, Hamlet I, 2)
- mit offenen Augen schlafen (umgangssprachlich: 1. [oft als Vorwurf an jemanden gerichtet] nicht aufpassen und daher etwas nicht wissen oder wahrnehmen, was unangenehme oder nachteilige Auswirkungen haben kann. 2. dösen.)
- mit einem blauen Auge davonkommen (umgangssprachlich; ohne großen Schaden, glimpflich davonkommen)
- etwas, jemanden mit anderen/neuen Augen [an]sehen/betrachten (mit einem neuen Verständnis betrachten)
- jemanden, etwas mit den Augen verfolgen (jemandem, einer Sache genau zusehen, aufmerksam hinterherblicken)
- jemanden, etwas mit den Augen verschlingen (umgangssprachlich; mit begehrlichen Blicken ansehen)
- jemanden mit den Augen ausziehen (umgangssprachlich; jemanden voll sexueller Begierde ansehen)
- etwas nicht nur um jemandes schöner blauer Augen willen tun (nicht aus reiner Gefälligkeit tun)
- Auge um Auge, Zahn um Zahn (Gleiches wird mit Gleichem vergolten; nach 2. Mose 21, 24)
- unter vier Augen (zu zweit, ohne weitere Zeugen)
- unter jemandes Augen (in jemandes Anwesenheit)
- jemandem nicht [wieder] unter die Augen kommen/treten dürfen (bei jemandem unerwünscht sein, nicht wieder erscheinen dürfen)
- jemandem wird [es] schwarz vor [den] Augen (jemand wird ohnmächtig)
- vor aller Augen (in der Öffentlichkeit; öffentlich)
- jemandem, sich etwas vor Augen führen/halten/stellen (jemandem, sich etwas deutlich zeigen, klarmachen)
- jemandem vor Augen schweben (jemandem deutlich ins Bewusstsein treten)
- die Augen waren größer als der Magen (jemand hat sich mehr auf den Teller getan, als er essen kann)
- in diese Suppe schauen mehr Augen hinein als heraus (umgangssprachlich scherzhaft; sie ist sehr dünn, wenig gehaltvoll)
- aus den Augen, aus dem Sinn (wer abwesend ist, wird leicht vergessen)
-
(bei Pflanzen, besonders bei Kartoffel, Rebe, Obstbaum) Keim, Knospenansatz

© MEV Verlag, AugsburgBeispiel
die Augen aus der Kartoffel ausschneiden -
auf einer Flüssigkeit – meist auf der Suppe – schwimmender Fetttropfen
Beispiel
auf der Suppe schwimmen viele Augen -
weitgehend windstiller Bereich im Zentrum eines Wirbelsturms

© National Oceanic & Atmospheric Administration, Washington, D. C.Beispiel
das Auge des Hurrikans






