Duden – Aus Tradition in die Zukunft
Von Angelika Böhm, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Das Wörterbuch

Die neue, 25. Auflage ist mit 135 000 Stichwörtern die bislang umfassendste Ausgabe des Rechtschreib-
klassikers.
Der Name Duden steht für Standardnachschlagewerke und Anwendungssoftware zur deutschen Gegenwartssprache und bürgt für höchste lexikografisch-sprachtechnologische Kompetenz. Die Wörterbücher und Softwareprodukte des Dudenverlags zeigen nicht nur das breite Spektrum der deutschen Sprache, sondern sie geben vor allem Sicherheit in allen sprachlichen Belangen. Der Star im heute umfangreichen Dudenprogramm ist nach wie vor der Rechtschreibduden, seit 129 Jahren Leitfaden, Orientierungshilfe und das deutsche Gebrauchswörterbuch schlechthin: Wo immer Menschen mit Deutsch zu tun haben, ist er zur Hand. Denn in Sachen „richtiges und gutes Deutsch” ist und bleibt der Duden für viele die maßgebliche Instanz.
Kontra den Kanzler
Am Anfang war das Wort – doch wie wird es geschrieben? Im ausgehenden 19. Jahrhundert war das hierzulande keine leicht zu beantwortende Frage. Bis in diese Zeit war die deutsche Rechtschreibung ohne verbindliche Regelung gewachsen. Jeder Verlag hatte seine Hausorthografie. Nicht einmal an den Schulen wurde das Schreiben nach einheitlichen Regeln gelehrt. Diesem Zustand wollte Konrad Duden mit seinem 1880 im Leipziger (heute Mannheimer) Verlag Bibliographisches Institut veröffentlichten „Vollständigen Orthographischen Wörterbuch der deutschen Sprache” abhelfen. Als Grundlage wählte er die preußische und die bayerische Schulrechtschreibung. Die preußische Schulorthografie hatte Bismarck zwar bei „gesteigerter Ordnungsstrafe” verboten. Doch Konrad Duden setzte sich durch und legte mit seinem „Urduden” den Grundstein für eine einheitliche deutsche Rechtschreibung.

Mit dem „Urduden” von 1880 – 27 000 Wörter auf 187 Seiten für eine Mark – begann die erfolgreiche Markengeschichte von Duden.
1901 diente die 6. Auflage des Wörterbuchs von Konrad Duden, das damals bereits ein Bestseller war, als Arbeitsgrundlage der nach Berlin einberufenen II. Orthographischen Konferenz. Diese markiert den Beginn einer einheitlichen amtlichen Rechtschreibregelung für ganz Deutschland. Historisches Kuriosum am Rande: Kaiser Wilhelm II. bestand darauf, dass bei der Eliminierung des Buchstabens h aus Wörtern wie Noth und Thor allein der Thron unangetastet blieb – und das gilt – trotz Rechtschreibreform von 1996 – bekanntlich bis heute.
Um die Ergebnisse dieser Konferenz zügig in das „Vollständige Wörterbuch” einarbeiten zu können, stellte das Bibliographische Institut Konrad Duden einige Mitarbeiter zur Seite. Das war die Geburtsstunde der Dudenredaktion, die 1911, nach dem Tod Konrad Dudens, die Fortentwicklung seines Wörterbuchs übernahm.
Intelligente Wörterbucharbeit

Dr. Matthias Wermke, Leiter der Dudenredaktion: „Die Duden-Sprachdatenbank folgt mit ihrem kontinuierlichen Ausbau der Entwicklung unserer Sprache. Parallel dazu halten die von uns erstellten Wörterbücher und Sprachratgeber mit dieser Entwicklung Schritt.”
Heute gilt das Nachschlagewerk als höchste Rechtschreibinstanz. In der Dudenredaktion mit Sitz im Mannheimer Unternehmen Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG arbeiten 20 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie beobachten und dokumentieren unter Einsatz modernster Datenbanktechnik Wortschatz und Sprachwandel des Deutschen.
Wesentliche Grundlage der Wörterbucharbeit bildet heute die große und ständig wachsende elektronische Textsammlung, die der Verlag selbst erstellt hat und pflegt: das „Duden-Korpus” mit mittlerweile rund 1,4 Milliarden Wörtern bzw. Wortformen. Diese Sprachdatenbank sichert eine authentische Dokumentation der sich wandelnden deutschen Gegenwartssprache. Aus dem gesamten deutschen Sprachraum werden Textsorten unterschiedlichster Art – vom literarischen Text über Zeitungsartikel bis hin zu Gebrauchsanleitungen – verarbeitet und ausgewertet. Neben der Ausgewogenheit und Vielfalt der Textquellen spielen genaue linguistische Informationen zu jeder der Millionen von Wortformen eine zentrale Rolle. Die Ergebnisse quantitativer und qualitativer Analyseverfahren schlagen sich unmittelbar in der Qualität der Duden-Nachschlagewerke nieder.
Daneben nutzt die Dudenredaktion selbstverständlich das Internet, verschiedene Wirtschaftsdatenbanken und andere elektronische Textsammlungen als Arbeitswerkzeug.
Die Dudenempfehlungen

In allen Fällen, in denen die neue Rechtschreibung für ein Wort mehrere Schreibweisen zulässt, gibt der Duden eine Empfehlung. Erkennbar ist sie an der gelben Unterlegung.
Auch die aktuelle, 25. Auflage des Standardwerks „Duden – Die deutsche Rechtschreibung” entspricht in allen Teilen der amtlichen, für Schulen und Behörden verbindlichen Rechtschreibregelung.
In allen Fällen, in denen die neue Rechtschreibung
für ein Wort mehrere Schreibweisen zulässt,
führt der Duden alle zulässigen Varianten
auf und empfiehlt eine davon. Die von der Dudenredaktion
zum Gebrauch empfohlene Schreibweise ist als solche
durch gelbe Unterlegung deutlich gekennzeichnet.
Die Dudenempfehlungen verstehen sich als Entscheidungshilfe
für Medien, Unternehmen, Verlage, Lektorate,
Korrektorate, Redaktionen und Privatpersonen, die
Wert auf eine einheitliche Orthografie legen. Im
Dudenverlag sind diese Empfehlungen verbindlicher
Standard für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
und alle Produkte.
Der „Duden Korrektor”, die Rechtschreibprüfung für Microsoft Office und Works, bietet selbstverständlich u. a. einen Korrekturstil an, der den im Rechtschreibduden gegebenen Empfehlungen entspricht.
Bei sprachlichen Zweifelsfällen: Duden-Sprachberatung
Über die telefonische Duden-Sprachberatung steht die Dudenredaktion im engen Kontakt zur Sprachgemeinschaft. Circa 40 000 Anfragen werden jährlich an die älteste und wohl am stärksten frequentierte Serviceeinrichtung dieser Art in Deutschland gerichtet. Die Sprachberaterinnen und Sprachberater stehen Rede und Antwort zu Problemen rund um Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik, Bedeutung und Herkunft von Wörtern, Redensarten, Ausdruck und Stil. Sie geben den Dudenredakteuren wichtige und wertvolle Hinweise darauf, wo Muttersprachler und Deutschlerner der Schuh tatsächlich drückt. Auch auf diese Weise ist die Wörterbucharbeit von Duden am Puls der Zeit.
Seit Sommer 2004 steht die Duden-Sprachberatung auch den Nachbarn aus Österreich und der Schweiz zur Verfügung.
Der Duden-Newsletter
Seit Juni 2000 gibt die Duden-Sprachberatung alle zwei Wochen einen kostenlosen Newsletter heraus, der sich unter www.duden.de/newsletter abonnieren lässt. Er umfasst eine kurzweilige Mischung aus Informationen zur Rechtschreibung, Tipps zum Sprachgebrauch und Wissenswertem rund um die deutsche Sprache. Über 125 000 Interessenten haben ihn bereits abonniert, und täglich werden es mehr. Zum Stöbern gibt es auf der Website des Dudenverlags außerdem das ebenfalls kostenlos zu nutzende Archiv, in dem alle bisher erschienenen Newsletter-Ausgaben abgerufen werden können.
Sprachberatung im
Ohr
Der Podcast der Duden-Sprachberatung vermittelt Ihnen
alle vierzehn Tage Wissenswertes und Unterhaltsames
zu verschiedenen Themen rund um die deutsche Sprache.
Das Angebot finden Sie unter www.duden.de/podcast.
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