Grammatische Fachausdrücke – V
Valenz: Eigenschaft eines Wortes (meistens gemeint: eines Verbs), Ergänzungen zu fordern, deren Anzahl, Form und ggf. semantische Rolle typisch ist; Wertigkeit
Valenzrahmen: Valenzeigenschaften eines Wortes; Anzahl, Form und ggf. semantische Rollen der vorangelegten Ergänzungen zu einem Wort
Varietät: Ausprägung einer Einzelsprache (z. B. Dialekt, Stadtsprache, gehobene Sprache, Umgangssprache)
Verb: nach Tempus, Modus, Numerus und Person flektierbares (konjugierbares) Wort (sein, gehen, treffen); Verbvariante; Zeit-, Tätigkeits-, Tu(n)wort
Verb, finit: vgl. Verb(form), finit
Verberstsatz: Satz mit leerem Vorfeld, in dem das finite Verb an erster Stelle steht; typische Funktion: Entscheidungsfrage (Möchten Sie noch eine Tasse Kaffee?); Stirnsatz
Verb(form), finit: Verbform, die im Unterschied zu den infiniten Verbformen nach Numerus-Person und nach Tempus-Modus bestimmt ist (du rauchst, er schlief, sie werde, man könnte); Finitum; Personalform
Verbform, infinit: Infinitiv (schlafen), Partizip I (schlafend) oder Partizip II (geschlafen)
Verbletztsatz: Satz, in dem das finite Verb an letzter Stelle (bzw. zusammen mit den anderen Teilen des Verbalkomplexes am Ende) steht; typische Form des eingeleiteten Nebensatzes (… weil es heute so warm ist); Spannsatz
Verbzweitsatz: Satz, in dem das Vorfeld besetzt ist, sodass das finite Verb an zweiter Stelle steht; typische Funktionen: Aussagesatz (Heute ist es warm), Ergänzungsfrage, uneingeleiteter Nebensatz; Kernsatz
Vergangenheit: Zeitstufe, die u. a. mithilfe von Tempora ausgedrückt wird; vgl. Tempus
Vergleichsformen: Formen des Adjektivs (und einiger Adverbien), mit denen sich verschiedene Grade einer Eigenschaft, eines Merkmals kennzeichnen lassen (Positiv – Komparativ – Superlativ); Steigerungsformen; vgl. Komparation
Vergleichsstufen: vgl. Vergleichsformen
Vokal: Laut, bei dessen Artikulation die Stimmlippen im Kehlkopf schwingen und die Atemluft ungehindert durch den Mund ausströmt; Selbstlaut
Vokativ: vgl. Anredenominativ
Vollverb: Verb mit lexikalischer Bedeutung und der Fähigkeit, allein das Prädikat zu bilden
Vorfeld: vgl. Feld
vorfeldfähig: geeignet, allein das Vorfeld eines Satzes (im „normalen” Aussagesatz der Platz vor dem finiten Verb, z. B. gestern hat es geregnet; ihr werdet zu spät kommen) zu besetzen; wichtiges Kriterium für Satzgliedfähigkeit
Vorgangspassiv: vgl. werden-Passiv
Vorsilbe: vgl. Präfix
vorzeitig: vor einem anderen Geschehen; früher als das Geschehen, das in einem anderen Teilsatz wiedergegeben wird

