Ungelogen seit über acht Jahren: Besserwisserspiel!

Die Gewinner der Runde vom 23. Dezember 2005 bis 4. Januar 2006

In dieser Spielrunde fragten wir nach „Mudlumps”. Dass wir uns deswegen mit einem Haufen Lumpen deutschen und englischen Ursprungs herumschlagen mussten, haben wir und wohl selbst zuzuschreiben.

Wer gewonnen hat, hat sich das übrigens auch selbst zuzuschreiben:


Heika Wolff
Düsseldorf

Dru Chunusun mut dum mudlumps …

Lucas Gehrmann
Wien

Als „mudlumps” versteigerte Sotheby's London 1981 das Fragment der bereits 1976 als stark abgetragen überlieferten Brutus-Jeans des britischen Aristokraten und Popsängers David Dundas, der ihr damals sein Lied „Jeans On” gewidmet hatte. Der Artikel erzielte einen höheren Preis als das in der gleichen Auktion angebotene Fragment eines koptischen Palliums und ging daher als Bild durch alle Medien. Seither werden Jeans gerne einem künstlichen Alterungsprozess unterzogen, zum Beispiel durch Auswaschen der Indigofarbe oder gar durch Aufschlitzen des Gewebes. Auch die Deformation des ursprünglich engen Schnittes der Jeans durch die Hiphop-Industrie ist ohne Mudlumps nicht vorstellbar.

Liborius Olaf Lumma
Innsbruck

Schnee, der vom Scheibenwischer eines Autos nicht erfasst wird und daher am Rand der Scheibe verbleibt.

Gewinner der CD-ROM im Dezember 2005

Nikolai Schasiepen
Freiburg

„Super von euch,”
schreibt Andreas K. aus Hamburg, „dass Ihr so’n Gewinnspiel macht!!”.

„Schönen Gruß”,
schreibt Susanne K. aus Münster, „an Norbert O.: Das Bewundern soll er mal hübsch bleiben lassen!” Dazu grummelte sie noch ins Flussfeld hinein.
Da wollte nun mal Einer galant sein, und nun das …!

„Nicht weil es mich frommt,”
schreibt Harald P. aus Pürgen, „sondern weil es der Mainstream so fordert grüße ich Susanne K. aus M., sowie Norbert O. aus B. und Kuddeldaddeldu aus H.”

„Vielleicht hilft ja”,
schreibt Urs W. aus Schlieren, „der folgende Link zur Entspannung und Beruhigung: www.kurzentrum.ch/klinik_pantarhei.php”, und zwar, fügen wir hinzu, auch sämtlicher Flüsse und Flussfeldausfüllerinnen und -ausfüller.

„Ach nee,”
mosert da noch Elke S. aus Kuppenheim, „wer lässt denn da mal wieder die humanistische Bildung raushängen? Oder wollt ihr nur provozieren, dass der HTML-Zivi sich nun auch noch mit den abartigsten Sonderzeichen abplagen muss, denn wann hätten sich die hoch verehrten Mitbesserwisser je an Vorschriften oder Verbote gehalten? Inhaltlich kann ich mir die Qualen, die schon zu Jahresbeginn zu solch drastischen Verboten führten aber vorstellen und leide im Stillen mit dem bedauernswerten, gequälten Jurorenteam. (zu den Dativ, dem ihr verwendet habt, sach ich jetzt ma nur – Tippfehler.)”
Damit haben Sie – wie auch Janna R. aus Braunschweig und Iris T. aus Markt Indersdorf – richtig getippt.

Flussfeldausfüller Thomas S. in Innsbruck ist leicht beleidigt und behauptet, „… dann lass ich es halt”, nicht ohne noch „♂ + ♀ = ? ± ☼ ± ♥” nachzulegen. So viel, werte Frau S. in Kuppenheim, zum Thema abartigste Sonderzeichen. (Wenn Sie nichts bzw. kryptische Zeichen sehen, liegt das daran, dass Sie irgend einen Zeichensatz nicht auf Ihrem Rechner haben.) Er nennt sein Werk übrigens „performative Subjekte feministischer Unterwerfung in der Postmoderne. Wer sich darunter zu wenig vorstellen kann (weil männlich und Single), wende sich bitte unterwürfigst um Aufklärung flehend an meine Frau.”

Das klingt nicht nur in den Ohren von H. Erich F. aus Eisingen verflixt nach „Schlammpampel; die Entsprechung entspricht ungefähr der Nähe/Entfernung von (lat.) Castrop-Rauxel zu (dt.) Wanne-Eickel, wobei verbittert festzuhalten ist, dass es Wanne-Eickel nachweislich in den Rechtschreibduden geschafft hat, Castrop-Rauxel aber in den Fremdwörterduden mitnichten. Deshalb: Anerkennung für Castrop-Rauxel und für Schlammpampel!”
Und besten Dank für die Weihnachtskarte vom Kaffeeladen!

Apropos Geographie: „Hier in Deutschland”, schreibt Anja B. aus Erkrath, „lebe ich glücklich mit meiner Familie. Ich spiele gerne mit meinem Sohn, den ich per Kaiserschnitt zur Welt gebracht habe.”
Karl S. aus Hamburg weist einfach so wiedermal auf die „wunderbare Elbtalaue” hin und lässt auch die „wunderbare Elbe” nicht unberücksichtigt. Dürfen wir der geschätzten Leserinnenschaft unsererseits noch die weithin unbekannte Eider-Treene-Sorge-Niederung ans Herz legen? Ja? Danke! (Mit „verdorbene Hamburger” meint Theo L. aus Goch aber bestimmt nicht unsere Teilnehmenden aus HH!)
Friederike F. aus Münster quengelt zwar „will mal wieder einen neuen Duden gewinnen!”, lässt es dafür allerdings für die von ihr erwähnte „Tigerdonau” an jeglichen Quellenverweisen fehlen. Damit kommen Sie bei uns aber nicht weit!
Auch Emanuel W. aus Winnenden hat ein Herz „für detailverliebte Menschen”, die nach seiner Lesart „einen normalen Punkt (.) von einem kursiven Punkt (.) unterscheiden können”. Quelltextlesende sind da fein raus.

„Wer schmeißt denn da mit Lähm?”, heischt Jo Achim S. aus Kamen Auskunft, um daran ein „der sollte sich wat schäm” zu knüpfen. Sie aber auch, für den Lähm, ne!

„wer zum teufel ist der php zivi?”, schimpft Dörthe S. aus Laubach in rabiater Kleinschreibung, „schon seit wochen ist von ihm die rede und ich kann nicht mitmischen!”

Vermutlich sucht er nach den Heffalumps im Plural, von denen Britta L. aus Seeheim-Jugenheim und Christoph A. aus Berlin murmeln, obwohl es – da fühlen wir uns Birgit J. aus Schleswig näher – nur ein einziges Heffalump gibt. Dass es wie ein Elefant aussieht, behaupten dagegen nur beknackte Kinderfilme und gewiss nicht der Fremdwörterduden:

Duden 5

Mudlumps die (Plural) [engl.]:
Schlammvulkane im Mississippidelta


(Wo alles anfing.)

Nachspielzeit

Kunstdirektor „Dewi” D. aus Saarbrücken teilt mit:
„Oskar saß am Küchentisch seiner Mutter in Bad Neuenahr, seinen Kater mit einer großen Portion Mudlumps bekämpfend, jener Suppe, deren Rezept von der Genfer Konvention auf der schwarzen Liste steht, als Lenore Becker ins Zimmer stürzte. Ohne aufzublicken, ranzte Oskar sie von der Seite an: ›Hast du den Job als Enthüllungsjournalistin schon geschmissen? Bist du jetzt Enthauptungsjournalistin geworden?‹ – ›Woher weißt du …‹, versuchte Lenore zu retten was verloren schien. ›Hab ich im letzten Besserwisserspiel gelesen. Und daher weißt du auch, dass ich hier in Bad Neuenahr bei meiner Mutter bin.‹ – ›Glaub du nur alles, was da geschrieben steht. Das Beil habe ich mitgebracht, um ein wenig Holz zu machen, wenn dir das Gas abgedreht wird.‹ Was Gaspromi Schröder verhindern möge. Wird Oskar mit Holz, Beil und Lenore unterm Arm je wieder Saarbrücker Erde betreten? Das erfahren sie in der nächsten Folge der Besserwisserspiel-Novela. Bleiben Sie dran!”
(Was bisher geschah.)

Jahre des Besserwissens

Hier können Sie mal sehen, wie erfolgreiches Besserwissen geht.
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