Newsletter-Archiv

Newsletter vom 25.08.2000

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie lautet eigentlich der Plural von „Status”? Die Antwort auf diese beliebte Grammatik-Frage – ein Dauerbrenner in der Duden-Sprachberatung – wird auch Ihnen nicht mehr länger ein Rätsel sein. Gleich zu Anfang unseres Newsletters finden Sie die Auflösung.
Viele von Ihnen sind bei ihren Ausflügen ins Internet sicherlich schon einmal einem „leibhaftigen” Avatar begegnet und wissen es gar nicht. Lesen Sie im zweiten Teil unter „Wussten Sie's schon?” nach, was es mit diesem Wesen auf sich hat. Das Beste zum Schluss: Am 25. August erscheint der neue Duden! In der Rubrik „Aktuell” stellen wir Ihnen die 22. Auflage unseres gelben Klassikers vor.

Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Ihnen
Ihre Duden-Sprachberatung

Was Sie schon immer wissen wollten

Ein Status kommt selten allein ...

... und wie nennt man nun mehrere davon? Vielleicht „Stati”, Staten oder gar „Statusse”? Viele der Fremdwörter auf -us, die aus dem Lateinischen oder Griechischen übernommen wurden, bilden den Plural mit der deutschen Endung -e[n], so z. B. „Virus – Viren”, „Zyklus – Zyklen” oder „Globus – Globen/Globusse” (beides ist möglich!). Einige tanzen jedoch aus der Reihe und behalten ihre ursprüngliche Pluralform bei. Auch der Status konnte sich von seinen lateinischen Wurzeln nicht trennen und bildet seinen Plural nach wie vor mit der Endung -us (mit lang gesprochenem u!), also „die Status”. Genauso verhält es sich übrigens auch bei „(der) Passus – (die) Passus” und „(der) Kasus – (die) Kasus”.

Jetzt können sie kommen, die Status!

Wussten Sie's schon?

Was haben Lara-Croft-Fans und Buddhisten gemeinsam?

Sie verehren Avatare. Genauso nennt man nämlich elektronische Kunstwesen, die sich nur in virtuellen Räumen bewegen. Neben den prominenten Vertretern, wie z. B. Lara Croft, sind mit Avataren oft auch so genannte grafische Pseudonyme gemeint, die man sich selbst als Verkörperung der eigenen Identität im Netz zulegt.
Das Wort „Avatar” kommt aus der altindischen Sprache Sanskrit und bezeichnet im Buddhismus Götter, die menschliche Gestalt angenommen haben. So weit kommt es allerdings bei den heutigen Vertretern dieser Gattung gar nicht mehr. Denn Lara und ihre virtuellen Kolleg(inn)en ziehen es vor, sich möglichst unnahbar im World Wide Web zu verschanzen. Eine Mensch gewordenes Wesen wäre da so manch einem wahrscheinlich lieber ...

Aktuell

Die Farbe dieses Sommers ist gelb!

Heute kommt der Duden 2000 in den Handel. Unter den 120 000 Stichwörtern warten 5 000 neue Wörter – von „Canyoning” über „Euroland” bis hin zu „Onlineshopping” – darauf, nachgeschlagen zu werden. Zusätzlich machen ein modernes neues Layout und optimale Benutzerfreundlichkeit die neue Rechtschreibung noch leichter:
„ Alle neuen Regeln, Schreibungen und Trennungen sind rot hervorgehoben
„ Alle alten Schreibungen und Trennungen werden beim Stichwort angegeben
„ Verweise führen zu den allgemeinen Regeln der Rechtschreibung und Zeichensetzung
„ Alle Trennmöglichkeiten eines Wortes erscheinen direkt im Stichworteintrag
„ Farbig hervorgehobene Infokästen bieten ausführliche Informationen zu Zweifelsfällen
Als besonderen Service gibt es im neuen Duden nun auch alle „Wörter des Jahres” seit 1977 sowie die Übersicht über die „Umsetzung der Rechtschreibreform durch die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen”.
Für PC-Fans ist der neue Duden natürlich auch auf CD-ROM erhältlich!

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