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Newsletter vom 07.02.2003
Liebe Leserin, lieber Leser, computergestützt und kundenorientiert - so arbeitet man heutzutage in vielen Bereichen. Schön, wenn es funktioniert und obendrein noch richtig geschrieben ist. Doch wie schreibt man's denn nun richtig? Lesen Sie nach gleich zu Beginn dieser Ausgabe. Konjunkturflaute, Arbeitslosigkeit, die Last mit dem Teuro - allzu rosig sehen die Zeiten im Augenblick wirklich nicht aus! Pfiffige Zeitgenossen halten es darum gern mit der Lebensregel des römischen Dichters Horaz, der da riet: Carpe diem! Nutze den Tag! Oder heißt es vielleicht eher »Nütze den Tag!«? Wir klären das in der zweiten Rubrik. Mit einer ganz besonderen Art von Witz möchten wir Sie im letzten Abschnitt bekannt machen - dem Treppenwitz der Weltgeschichte, ein Ausdruck, der immer wieder durch die Medien geistert. In welchem Verhältnis die Treppe zum Witz steht, haben wir für Sie nachgeschlagen. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihre Duden-Sprachberatung Wie schreibt man's richtig? Verbindungen aus Substantiv und Adjektiv/Partizip Immer häufiger sieht man in letzter Zeit Schreibweisen wie Computer-gestützt oder Kunden-orientiert, doch der Bindestrich ist in solchen Fällen entbehrlich. Verbindungen, deren erster Bestandteil eine verkürzte Wortgruppe vertritt, schreibt man zusammen: computergestützt (= durch den Computer gestützt), kundenorientiert (= am Kunden orientiert), strahlengefährdet (= durch Strahlen gefährdet) oder nikotinabhängig (= vom Nikotin abhängig). Kommen jedoch noch weitere Bestandteile hinzu, müssen Bindestriche gesetzt werden, z. B. bei UV-Strahlen-gefährdet. Auch wenn es sich bei dem ersten Bestandteil solcher Kombinationen um eine Abkürzung handelt, muss ein Bindestrich stehen, also etwa bei TÜV-geprüft oder EU-intern. Getrennt schreibt man dagegen, wenn sich die Verbindung auf eine ungekürzte, ebenfalls getrennt zu schreibende Wortgruppe mit einem Verb zurückführen lässt: der Aufsicht führende Lehrer (wegen: »Aufsicht führen«), der Hilfe suchende Wanderer (wegen: »Hilfe suchen«). Was Sie schon immer wissen wollten nutzen / nützen Wir können Sie beruhigen: In der Bedeutung besteht kein Unterschied zwischen den beiden Formen. Sowohl nutzen als auch nützen lassen sich intransitiv, d. h. ohne Akkusativobjekt, im Sinne von »Gewinn, Vorteil bringen, von Nutzen sein«, als auch transitiv, d. h. mit Akkusativobjekt, im Sinne von »etwas benutzen, aus etwas Nutzen ziehen«, einsetzen. Es nutzt/nützt alles nichts. Dies sollte der Allgemeinheit nutzen/nützen. Sie hat ihre Chance zu nutzen/nützen gewusst. Eine gewisse Tendenz lässt sich beim Gebrauch der beiden Verben dennoch beobachten: Während man nutzen und die entsprechenden Zusammensetzungen wie ausnutzen, benutzen etc. eher im norddeutschen Raum antrifft, wird man nützen, ausnützen, benützen etc. hauptsächlich in Süddeutschland zu hören bekommen. Für Sie nachgeschlagen Treppenwitz der Weltgeschichte
Aus: Duden 12, Zitate und Aussprüche. Mannheim 2002. |
