Newsletter-Archiv

Newsletter vom 11.12.2000

Liebe Leserin, lieber Leser,

das neue Jahr steht mal wieder vor der Tuer und mit ihm die spannende Frage, wie es denn nun geschrieben wird: mit großem oder kleinem „n”? Natuerlich wollen wir Ihnen diesen jaehrlich wiederkehrenden Dauerbrenner aus der Duden-Sprachberatung auch in unserem Newsletter nicht vorenthalten und praesentieren Ihnen gleich im ersten Teil die Loesung.
Unter der Rubrik „Wo muss das Komma stehen?” verraten wir Ihnen heute einiges zur Kommasetzung rund um „d. h.” (das heißt).
Schließlich wartet auch im Duden-Newsletter - wenn auch etwas verspaetet - der Nikolaus auf Sie. Was hat es eigentlich mit seinem Namen auf sich? Das haben wir im Duden-Vornamenlexikon fuer Sie nachgeschlagen.

Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Ihnen
Ihre Duden-Sprachberatung

Wie schreibt man's richtig?

Das „neue Jahr”

Entgegen der weit verbreiteten gegenteiligen Meinung und vielen Weihnachts- und Neujahrskarten zum Trotz: das „neu” im „neuen Jahr” wird kleingeschrieben, da es sich nicht um einen Namen handelt! Es gibt eine Vielzahl solcher Wortgruppen, die zwar zu festen Verbindungen geworden sind, aber nicht als Eigennamen gelten, z. B. auch die gelbe Karte, das zweite Gesicht oder die schwedischen Gardinen.

Nachdem das nun geklaert ist, koennen Sie entspannt dem neuen Jahr entgegenblicken und guter Dinge Ihre Weihnachtspost verfassen!

Wo muss das Komma stehen?

Kommasetzung bei „d. h.” (das heißt)

Ein erlaeuternder Zusatz mit „das heißt” wird vorne immer mit Komma abgetrennt, doch muss man auch ein zweites Komma hinter „d. h.” setzen? Hier unterscheidet man prinzipiell 3 Faelle:

1. Folgt auf „das heißt” nur ein erlaeuternder Satzteil, wird kein zweites Komma gesetzt: „Im Juni, d. h. nach meinem Examen, wollen wir heiraten.”
„Am fruehen Abend, d. h. nach Bueroschluss, ist der Verkehr besonders stark.”

2. Wird dagegen ein bei- oder untergeordneter Satz angeschlossen, muss ein zweites Komma hinter „das heißt” gesetzt werden: „Im Juni, d. h., wenn ich mein Examen hinter mir habe, wollen wir heiraten.” „Wir werden den Vorfall nicht weitermelden, d. h., wir haben kein Interesse an einer Strafanzeige.”

3. Folgt auf „das heißt” eine Infinitiv- oder Partizipgruppe, ist das Komma freigestellt: „Wir haben versucht, sie zu beruhigen, d. h.(,) ihr gut zuzureden.” „Nur gebueckt, d. h.(,) auf allen vieren kriechend, konnten wir uns in der Hoehle fortbewegen.”

Für Sie nachgeschlagen

Nikolaus, (auch:) Nicolaus: maennlicher Vorname griechischen Ursprungs (griechisch Nikolaos, zu griechisch nike = Sieg und laos = Volk, Kriegsvolk). „Nikolaus” fand im Mittelalter als Name des heiligen Nikolaus Verbreitung; Namenstag: 6. Dezember. Der heilige Nikolaus war im 4. Jh. Bischof von Myra (Lykien). Um seine Person bildeten sich zahlreiche Legenden. Er wurde zunaechst in der Ostkirche verehrt, dann breitete sich sein Kult auch im Abendland aus. Er war im Mittelalter in Deutschland Patron der Schueler und zahlreicher Staende und gehoert zu den vierzehn Nothelfern. „Nikolaus” fand bereits im Mittelalter Eingang in die deutsche Namengebung. In der ersten Haelfte des 20. Jhs. War die Kurzform „Klaus” ein haeufiger Vorname, zurzeit erfreuen sich vor allem die Kurzformen „Niklas” und „Nico” großer Beliebtheit.
Bekannte Namenstraeger: Nikolaus von Jeroschin, Deutschordensgeistlicher und Chronist (14. Jh.); Papst Nikolaus V., bedeutender Humanist und Begruender der Vatikanischen Bibliothek (14./15. Jh.); [ ... ] Nikolaus Kopernikus, deutscher Astronom (15./16. Jh.); Zar Nikolaus I. von Russland (18./19. Jh.); Nikolaus Lenau, oesterreichischer Dichter (19. Jh.); Zar Nikolaus II. von Russland (19./20. Jh.).
Italienische Formen: Niccolo, Nicolo, Nicola. Franzoesische Form: Nicolas. Englische Form: Nicholas. Russische Formen: Nikolai, Nikolaj. Ungarische Form: Miklos.
Aus: Duden, Das große Vornamenlexikon, Mannheim 1998.

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