Liebe Leserin, lieber Leser,
das neue Jahr steht mal wieder vor der Tuer
und mit ihm die spannende Frage, wie es denn nun geschrieben
wird: mit großem oder kleinem „n”? Natuerlich
wollen wir Ihnen diesen jaehrlich wiederkehrenden Dauerbrenner
aus der Duden-Sprachberatung auch in unserem Newsletter nicht
vorenthalten und praesentieren Ihnen gleich im ersten Teil
die Loesung.
Unter der Rubrik „Wo muss das Komma stehen?” verraten
wir Ihnen heute einiges zur Kommasetzung rund um „d.
h.” (das heißt).
Schließlich wartet auch im Duden-Newsletter - wenn auch
etwas verspaetet - der Nikolaus auf Sie. Was hat es eigentlich
mit seinem Namen auf sich? Das haben wir im Duden-Vornamenlexikon
fuer Sie nachgeschlagen.
Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Ihnen
Ihre Duden-Sprachberatung
Wie schreibt man's richtig?
Das „neue Jahr”
Entgegen der weit verbreiteten gegenteiligen Meinung und vielen
Weihnachts- und Neujahrskarten zum Trotz: das „neu”
im „neuen Jahr” wird kleingeschrieben, da es sich
nicht um einen Namen handelt! Es gibt eine Vielzahl solcher
Wortgruppen, die zwar zu festen Verbindungen geworden sind,
aber nicht als Eigennamen gelten, z. B. auch die gelbe Karte,
das zweite Gesicht oder die schwedischen Gardinen.
Nachdem das nun geklaert ist, koennen Sie entspannt dem neuen
Jahr entgegenblicken und guter Dinge Ihre Weihnachtspost verfassen!
Wo muss das Komma stehen?
Kommasetzung bei „d. h.” (das
heißt)
Ein erlaeuternder Zusatz mit „das heißt” wird
vorne immer mit Komma abgetrennt, doch muss man auch ein zweites
Komma hinter „d. h.” setzen? Hier unterscheidet
man prinzipiell 3 Faelle:
1. Folgt auf „das heißt” nur ein erlaeuternder
Satzteil, wird kein zweites Komma gesetzt: „Im Juni,
d. h. nach meinem Examen, wollen wir heiraten.”
„Am fruehen Abend, d. h. nach Bueroschluss, ist der Verkehr
besonders stark.”
2. Wird dagegen ein bei- oder untergeordneter Satz angeschlossen,
muss ein zweites Komma hinter „das heißt”
gesetzt werden: „Im Juni, d. h., wenn ich mein Examen
hinter mir habe, wollen wir heiraten.” „Wir werden
den Vorfall nicht weitermelden, d. h., wir haben kein Interesse
an einer Strafanzeige.”
3. Folgt auf „das heißt” eine Infinitiv- oder
Partizipgruppe, ist das Komma freigestellt: „Wir haben
versucht, sie zu beruhigen, d. h.(,) ihr gut zuzureden.”
„Nur gebueckt, d. h.(,) auf allen vieren kriechend, konnten
wir uns in der Hoehle fortbewegen.”
Für Sie nachgeschlagen
Nikolaus, (auch:) Nicolaus: maennlicher Vorname
griechischen Ursprungs (griechisch Nikolaos, zu griechisch
nike = Sieg und laos = Volk, Kriegsvolk). „Nikolaus”
fand im Mittelalter als Name des heiligen Nikolaus Verbreitung;
Namenstag: 6. Dezember. Der heilige Nikolaus war im 4. Jh.
Bischof von Myra (Lykien). Um seine Person bildeten sich zahlreiche
Legenden. Er wurde zunaechst in der Ostkirche verehrt, dann
breitete sich sein Kult auch im Abendland aus. Er war im Mittelalter
in Deutschland Patron der Schueler und zahlreicher Staende
und gehoert zu den vierzehn Nothelfern. „Nikolaus”
fand bereits im Mittelalter Eingang in die deutsche Namengebung.
In der ersten Haelfte des 20. Jhs. War die Kurzform „Klaus”
ein haeufiger Vorname, zurzeit erfreuen sich vor allem die
Kurzformen „Niklas” und „Nico” großer
Beliebtheit.
Bekannte Namenstraeger: Nikolaus von Jeroschin, Deutschordensgeistlicher
und Chronist (14. Jh.); Papst Nikolaus V., bedeutender Humanist
und Begruender der Vatikanischen Bibliothek (14./15. Jh.);
[ ... ] Nikolaus Kopernikus, deutscher Astronom (15./16. Jh.);
Zar Nikolaus I. von Russland (18./19. Jh.); Nikolaus Lenau,
oesterreichischer Dichter (19. Jh.); Zar Nikolaus II. von
Russland (19./20. Jh.).
Italienische Formen: Niccolo, Nicolo, Nicola. Franzoesische
Form: Nicolas. Englische Form: Nicholas. Russische Formen:
Nikolai, Nikolaj. Ungarische Form: Miklos.
Aus: Duden, Das große Vornamenlexikon, Mannheim 1998. |