Liebe Leserin, lieber
Leser,
jetzt in der Ferienzeit werden
wieder allerorten jede Menge Ansichtskarten und
Urlaubsgrüße versandt. Ob
sie nun tatsächlich nur versandt oder
genauso gut auch versendet werden können, lesen
Sie gleich zu Beginn.
Falls Sie auf Ihrer Ansichtskarte
nicht nur mit spektakulären Stränden
o. Ä., sondern auch mit korrekter Grammatik
glänzen wollen, erfahren Sie in der zweiten
Rubrik, wie man Anrede und Grußformel
korrekt formuliert, wenn sie an mehrere Personen
gerichtet sind.
Abschließend setzen wir unsere
Reihe mit den Neuerungen der seit 1. August 2006
gültigen Rechtschreibung fort und haben für
Sie die Regelung zur
Schreibweise von Verben, deren erster Bestandteil
ein mit -einander oder -wärts gebildetes
Adverb ist, nachgeschlagen.
Gute Unterhaltung wünscht
Ihnen
Ihre
Duden-Sprachberatung |
Was
Sie schon immer wissen wollten |
sendete/sandte – gesendet/gesandt
Grundsätzlich gilt: Grüße
können sowohl gesendet als auch gesandt werden,
denn bei dem Verb senden stehen im Präteritum
und im zweiten Partizip regelmäßig gebildete
Formen neben unregelmäßigen Formen:
senden – sendete/sandte – gesendet/gesandt.
In der Bedeutung „schicken” sind beide
Formen gebräuchlich, wobei (die Formen) sandte/gesandt
etwas häufiger verwendet werden. Gleiches
gilt auch für die zusammengesetzten Verben absenden,
entsenden, übersenden, versenden, zurücksenden,
zusenden etc.: „Sie sandten/sendeten
Urlaubsgrüße”, „das gestern
versandte/versendete Päckchen”, „Wann
wurde der Brief abgesandt/abgesendet?”.
Im Bereich der Technik, d. h. in
der Bedeutung „(im Fernsehen, über eine
Funkanlage o. Ä.) ausstrahlen”, werden
dagegen nur die Formen mit „e” gebraucht: „Die
Liveübertragung wurde im dritten Programm
gesendet”, „Sie sendeten alle fünf
Minuten ein Signal”. |
Hätten
Sie’s gewusst? |
Anrede mehrerer Personen
Wenn Sie auf Ihrer Ansichtskarte
oder im Brief mehrere Personen ansprechen wollen,
geht das mit einem einfachen „Hallo” noch
ganz komplikationslos: „Hallo, Tina und Uli”.
Schwieriger wird es erst, wenn Adjektive oder Pronomen
hinzukommen. Hier wird oft und gern an falscher
Stelle gespart, denn ein Adjektiv oder Pronomen
in der Anrede sollte sich nicht auf mehrere Namen
beziehen, wenn es grammatisch nur zu einem passt.
Anreden wie „Liebe Tanja und Klaus” oder
auch „Meine lieben Vera und Kerstin” sind
grammatisch nicht korrekt. Richtig wäre demnach
nur „Liebe Tanja, lieber Klaus” oder „Meine
liebe Vera, meine liebe Kerstin”.
Gleiches gilt natürlich auch
für die Grußformel. Korrekt sind daher
Formen wie „Deine Mutter und Dein Vater (nicht:
Deine Mutter und Vater)” oder „Eure
Tanja und Euer Klaus (nicht: Eure Tanja und Klaus)”.
Nur wenn die an zweiter Stelle genannte Person
bzw. Personengruppe auf den Briefschreiber (und
nicht auf den Empfänger) bezogen ist, gilt
das zweite Pronomen nur für diesen und kann
entfallen: „Eure Kathrin und Kinder (für: … und
ihre Kinder)”, „Dein Onkel Willi und
Familie (für: … und seine Familie)”. |
Für
Sie nachgeschlagen – Neue
Rechtschreibung 2006 |
Adverb auf -einander oder -wärts +
Verb
Zusammensetzungen mit Verben können
gelegentlich aus denselben oder ähnlichen
Wörtern bestehen wie getrennt geschriebene
Wortgruppen. Bei den Zusammensetzungen aus Adverb
und Verb ist das Adverb meist deutlich stärker
betont als das Verb. Bei den entsprechenden Wortgruppen
sind die Bestandteile in der Regel etwa gleich
betont:
„Wir werden uns mit diesem
Thema auseinandersetzen.”
„Die Lehrerin hat die beiden Schüler auseinandergesetzt.”
Aber: „Es kommt zu Reaktionen, die sich zwangsläufig auseinander
ergeben.”
„Er sah, wie die beiden Autos aufeinanderprallten.”
Aber: „Sie sollten wieder aufeinander
zugehen.”
„Er musste rückwärtsfahren.”
„Das ist doch eine rückwärtsgerichtete Politik!”
„Sie will im Leben vorwärtskommen.”
Aber: „Hier darf man nicht rückwärts
einparken.”
Aus: Duden – Die
deutsche Rechtschreibung, 24. Auflage, 2006.
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