Newsletter-Archiv
Newsletter vom 02.06.2000
Liebe Leserin, lieber Leser, was haben „Millennium”, „E-Mail”
und „Bimbes” gemeinsam? Sie sind die Dauerbrenner
in der DUDEN-Sprachberatung. Für uns ein Anlass, über
solche Wörter und andere aktuelle Fragen in einem Newsletter
zu berichten. Einmal monatlich finden Sie darin Beiträge
zu allen Bereichen der deutschen Sprache wie z. B. Rechtschreibung,
Grammatik, Stil, Herkunft und Bedeutung von Wörtern.
Unter der Rubrik „ Wie schreibt man's richtig?”
finden Sie diesmal Wichtiges zum Thema Bindestrich nach neuer
Rechtschreibung. In der Rubrik „Woher?” erfahren
Sie einiges über den Ursprung der Redewendung „Es
zieht wie Hechtsuppe”. Unter „Was Sie schon immer
wissen wollten” geht es schließlich um die beliebte
Frage, ob nur „am Freitag, dem 2. Juni” richtig
ist oder ob man nicht vielleicht auch „am Freitag, den
2. Juni” schreiben darf. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Wie schreibt man’s richtig? Zum Bindestrich Der Bindestrich liegt voll im Trend. Nicht zuletzt dem Einfluss der englischen Sprache ist es zu verdanken, dass das „Kamerateam” zum „Kamera-Team” wird, das „Layout” als „Lay-out” vermeintlich schicker aussieht und die „Spendenaffäre” als „Spenden-Affäre” irgendwie genießbarer zu werden scheint. Die neue Rechtschreibung hat diesen Trend bestätigt: Sie erlaubt Bindestriche überall dort, wo eine Zusammensetzung als unübersichtlich empfunden wird; theoretisch zulässig werden damit auch Schreibungen wie „Strand-Korb”, „Hosen-Träger” oder „Kinder-Garten”. Ihrer Zeit voraus – mit anderen Worten falsch – sind allerdings Schreibungen wie „Meyer Verlag” oder „Kunden Service”. Erst der Bindestrich macht das Kompositum zum Kompositum, selbst wenn er zu Monstrositäten führt wie der „Do-it-yourself-Bewegung”, der „Annette-von-Droste-Hülshoff-Ausgabe” oder dem „Auf-die-lange-Bank-Schieben”. Möglich sind nach dem amtlichen Regelwerk jetzt auch Schreibungen wie „Videonorm-gerecht” oder „Datenbank-gestützt”. Das Substantiv bleibt dann in seiner Großschreibung erhalten. Die amtliche Kommission rät von solchen Schreibungen allerdings ab. Woher kommt? „Es zieht wie Hechtsuppe”? Haben Sie sich auch schon über diese seltsame Redensart gewundert? Mit Recht, denn im Allgemeinen pflegen Hechtsuppen nicht zu „ziehen”. Des Rätsels Lösung liegt in der Herkunft dieser Wendung: „Hechtsuppe” geht zurück auf jiddisch „hech soppa” („wie starker Wind”). Aufgrund seiner lautlichen Ähnlichkeit wurde der jiddische Ausdruck dem deutschen Substantiv „Hechtsuppe” angeglichen. Doch das Jiddische hat noch mehr Spuren im Deutschen hinterlassen. Wer würde vermuten, dass Wörter wie „meschugge”, „mies”, „schäkern”, „Schlamassel” oder „Mammon” ihren Ursprung in dieser Sprache haben? Was Sie schon immer wissen wollten Die Datumsangabe Wahre Fehden sind schon in manchen Büros ausgebrochen, wenn es um die Frage der richtigen Formulierung der Datumsangabe ging. Heißt es denn nun „am Freitag, den 2. Juni” oder „am Freitag, dem 2. Juni”? Hier kann die DUDEN-Sprachberatung guten Gewissens ein salomonisches Urteil fällen: Beide Versionen sind richtig: Fasst man die Datumsangabe als Apposition zum Wochentag auf, so stehen Wochentag und Apposition im gleichen Kasus, d. h. im Dativ: „am Freitag, dem 2. Juni”. Genauso gut können die beiden Zeitangaben aber auch als Teile einer Aufzählung verstanden werden. Die Datumsangabe steht dann im Akkusativ: „am Freitag, den 2. Juni”.
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