Liebe Leserin, lieber Leser,
vielleicht besitzen Sie ja auch
ein Fotoalbum in Leporelloform – die Falttechnik
erinnert an eine Ziehharmonika. Was
das Leporello mit einer bekannten Oper
zu tun hat, erfahren Sie heute in der
ersten Rubrik.
Viele Menschen sind unsicher, welche
Grußformeln in Geschäftsbriefen
zeitgemäß sind. In der
zweiten Rubrik finden Sie neben den konventionellen
auch einige weniger förmliche Varianten.
Ist Ihnen zu wiederholten
Malen Eiligkeit anempfohlen worden? In der
dritten Rubrik haben wir für Sie nachgeschlagen, was
von solchen „Aufschwellungen” zu
halten ist.
Viel Spaß beim Lesen und
schöne Novembertage wünscht Ihnen
Ihre
Duden-Sprachberatung
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Was Sie
schon immer wissen wollten
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Leporello
Wenn Opernfans Leporello hören,
denken sie sicher sofort an „Don Giovanni”.
In dieser Oper von Wolfgang Amadeus Mozart zählt
Leporello, der Diener des Titelhelden Don Giovanni,
in der berühmten „Registerarie” die
von ihm dokumentierten Liebeleien seines Herrn
in den verschiedensten Ländern auf. Die Liste
gipfelt in „aber in Spanien tausendunddrei
[Liebschaften]” und soll Donna Elvira auf
den Boden der Tatsachen zurückholen: Sie ist
nicht die einzige Verflossene seines Herrn.
Nach dieser Liste und ihrem Verfasser
Leporello nennt man im Buch- und Druckwesen einen
ziehharmonikaartig gefalteten, breiten und längeren
Papierstreifen, der mit Text und/oder Bildern bedruckt
ist. Leporellos werden insbesondere als Leporelloalben
eingesetzt für Prospekte, Ansichtskartenreihen,
Landkarten oder Bilderbücher. Übrigens:
Der Plural von Leporello lautet Leporellos.
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Hätten
Sie’s gewusst?
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Grußformeln
in Geschäftsbriefen
Zu den heute üblichen Grußformeln
im Geschäftsbereich zählen Mit freundlichen
Grüßen, Mit freundlichem Gruß,
Mit verbindlichen Grüßen oder einfach Freundliche
Grüße. Das früher übliche Hochachtungsvoll wirkt
sehr distanziert und wird heute oft als veraltet
empfunden.
Je nach Art und Umfang der Geschäftsbeziehung
können auch weniger förmliche Varianten
verwendet werden. Neben Mit (den) besten Grüßen oder Mit
(den) besten Grüßen aus Mannheim stehen
zunehmend auch Es grüßt Sie oder
etwa Grüße aus dem sonnigen Berlin am
Briefende. Bevor man den Briefschluss so formuliert,
sollte man jedoch sicher sein, dass dies nicht
als unangemessen empfunden wird.
Selbst wenn Sie Ihre Grüße
mit Nachdruck übermitteln möchten: Zwischen
der Grußformel und der Unterschrift am Ende
des Briefes steht weder Komma oder Punkt noch Ausrufezeichen.
Nur auf die Groß- und Kleinschreibung sollten
Sie Ihr besonderes Augenmerk richten. Der Anfangsbuchstabe
der Grußformel wird in der Regel großgeschrieben.
Wird sie jedoch in einen Satz einbezogen, gilt
die reguläre Groß- und Kleinschreibung:
Wir hoffen, Sie bald bei uns
begrüßen zu dürfen, und verbleiben
mit
freundlichen Grüßen
[Unterschrift]
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Für
Sie nachgeschlagen
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Aufschwellung
Der sprachlichen Erscheinung der
Aufschwellung begegnen wir nicht nur im Satz (Nominalstil),
sondern auch bei der Wortbildung. Meist handelt
es sich hier um Vor- oder Nachsilben, die als überflüssig
betrachtet werden können, weil sie zum Wortsinn
nichts beitragen und einer prägnanten Ausdrucksweise
entgegenstehen. Das trifft zu bei Verben wie anempfehlen (für: empfehlen),
eine Summe einbezahlen (für: einzahlen), verbescheiden (für: bescheiden)
oder Substantiven wie Eiligkeit (für: Eile)
und Dichtigkeit (für: Dichte).
Die Grenze, die die Aufschwellung von der sprachlichen
Verstärkung trennt, ist im Einzelnen oft schwer
zu ziehen (vgl. z. B. auserlesen, auserkoren,
auserwählt).
Der Rückgriff auf kürzere Bildungen kann
in besonderen Fällen zu dem stilistischen
Mittel werden, den Ausdruck zu straffen: Helle (für: Helligkeit), Feuchte (für: Feuchtigkeit), Starre (für: Starrheit)
u. a.
Man beachte aber, dass einige dieser Bildungen
verschiedene Bedeutungen entwickelt haben, vgl. Zähheit (des
Fleisches) – Zähigkeit (des
Willens). In manchen Fällen hat die Endung -ieren von
der kürzeren deutschen -en Konkurrenz
erhalten: pulsen (für: pulsieren)
oder normen (für: normieren).
Eine unnötige Aufschwellung kann auch die
Ersetzung eines einfachen Adverbs durch eine Wortgruppe
sein: zu wiederholten Malen oder des Öfteren (für: mehrmals,
oft), in Bälde, in Kürze (für: bald), in
/ zur Gänze (für: ganz oder gänzlich)
u. Ä.
Aus: Duden
9 – Richtiges und gutes Deutsch.
Mannheim 2005.
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